10.02.2021 | Verbraucherschutz

Greenwashing-Untersuchung: Über 40 Prozent irreführende Nachhaltigkeits-Angaben

Verbraucher*innen entscheiden sich immer mehr für umweltfreundliche und nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen. Manche Unternehmen versuchen, mit vagen, irreführenden oder übertriebenen Werbeaussagen zur Nachhaltigkeit ein besseres Geschäft zu machen.

Greenwashing: Das Geschäft mit irreführenden Werbeaussagen zur Nachhaltigkeit. (Foto: © Jamie Grill / Getty Images)

Das europäische Verbraucherschutz-Netzwerk CPC hat Angaben zur Nachhaltigkeit von Produkten oder Dienstleistungen auf Webseiten geprüft. In Deutschland führte erstmals das Bundesamt für Justiz (BfJ) die Prüfung gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. und der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e. V. durch

Insgesamt wurden von den Mitgliedstaaten 344 Nachhaltigkeitsaussagen unter anderem aus den Bereichen Kleidung, Kosmetik, Lebensmittel, Haushaltsgeräte und Reisedienstleistungen im Hinblick auf übertriebene, falsche oder irreführende Angaben nach dem EU-Verbraucherschutzrecht ausgewertet. In 42 Prozent der Fälle stellte das CPC-Netzwerk (Consumer Protection Cooperation Network) irreführende Angaben zur Nachhaltigkeit fest. Durch die Händler wurden keine ausreichenden Informationen zur Verfügung gestellt, um die Richtigkeit ihrer Angaben überprüfen zu können. In mehr als einem Drittel der Fälle fielen vage und nicht näher erläuterte Aussagen wie "umweltfreundlich" oder "nachhaltig" auf.

Als nächsten Schritt werden sich die nationalen Stellen der Mitgliedstaaten mit den betroffenen Unternehmen in Verbindung setzen, um die festgestellten Verstöße abzustellen. In Deutschland erfolgt dies regelmäßig nicht auf behördlichem, sondern auf zivilrechtlichem Wege, indem Konkurrenten oder Verbraucherverbände die "schwarzen Schafe" abmahnen.

(BMJV / STB Web)