20.12.2023 | Studie

Die Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen macht Fortschritte

Von PwC Deutschland befragte Unternehmen arbeiten mehrheitlich an der umfassenden digitalen Transformation ihres Finanz- und Rechnungswesens – knapp 60 Prozent gaben dies an. Wichtig ist dabei in mehr als jedem zweiten Unternehmen das Thema künstliche Intelligenz (62 Prozent).

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(Foto: © iStock.com/ipopba)

Das sind einige der Ergebnisse der aktuellen Studie "Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen 2023" von PwC Deutschland. Für sie hat PwC 100 größere und mittelständische Unternehmen in Deutschland unter anderem zum Einsatz und zu den Potenzialen moderner Technologien im Finanz- und Rechnungswesen befragt, auch mit Blick auf die Abschlussprüfung.

Personalknappheit und Regulatorik

Zwei Drittel der befragten Unternehmen haben im vergangenen Jahr Fortschritte beim Technologieeinsatz im Finanz- und Rechnungswesen gemacht. Deutlich stärker als der durch die Coronapandemie forcierte Technologieeinsatz dürfte sich in den Zahlen die aktuelle Marktentwicklung spiegeln: ERP-Systeme und Technologien wie Process Mining sind zunehmend als Cloud-Lösungen verfügbar. Den Druck, solche Systeme intensiver einzusetzen, erhöhen die zunehmende Personalknappheit sowie neue regulatorische Anforderungen – nicht nur, aber vor allem im Sustainability-Umfeld.

Dies sei etwa bei Checklistenvergleichen und dem Einsammeln von Informationen aus unstrukturierten Daten der Fall sowie dem intelligenten Lesen von Texten; aber auch, um spezifisches Wissen für die Unternehmen zu bewahren.

Anteil manueller Tätigkeiten

Eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung sind leistungsstarke cloudbasierte Lösungen. Auch hier gibt es der Studie zufolge deutliche Fortschritte: 19 Prozent der Unternehmen sind bereits auf cloudbasierte ERP-Systeme umgestiegen, 42 Prozent sind auf dem Weg in die Cloud.

Gefragt hat PwC außerdem nach dem Anteil manueller Tätigkeiten. Dieser liegt etwa bei der Konsistenzanalyse – einer Aufgabe mit prinzipiell großem Automatisierungspotenzial – auf konstant (zu) hohem Niveau: Etwa 40 Prozent betrug er in den vergangenen fünf Jahren. Hans-Peter Dittmar, verantwortlich für die digitale Transformation bei PwC Deutschland, kommentiert: „Gerade in diesem Punkt könnten Unternehmen ohne großen Aufwand deutliche Effizienzgewinne erzielen.“ Ähnliches gelte für den Technologieeinsatz zur Kommunikation im Zusammenhang mit der Abschlussprüfung und bei Geschäftsprozessen.

Automatisierung der Abschlussprüfung

Die Automatisierung der Abschlussprüfung wird nach Meinung der Befragten weiter zunehmen: 58 Prozent von ihnen rechnen für die kommenden fünf Jahre mit einem Automatisierungsgrad von 40 Prozent und mehr. Bei den Motiven für die Digitalisierung der Abschlussprüfung fällt auf: Neben Effizienzgewinnen (89 Prozent) und Zukunftsfähigkeit (76 Prozent) nennen die Befragten recht häufig auch regulatorische Herausforderungen (55 Prozent).

Die meisten Unternehmen unterstützen darüber hinaus eine stärker datenbasierte Abschlussprüfung. Sie sind allerdings in unterschiedlichem Maße bereit, die dafür erforderlichen Daten zur Verfügung zu stellen: Die meisten tun dies für ausgewählte Einsatzzwecke. Doch bereits knapp 20 Prozent der Befragten wären bereit, einen vollumfänglichen automatisierten Datenabzug zuzulassen.

Weiterführende Informationen:

Digitalisierung im Finanz- und Rechnungswesen 2023

(PwC / STB Web)

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 20.12.2023, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.