20.11.2021 | Gemeinnützigkeit

Entwicklung gemeinnütziger Organisationen im zweiten Pandemiejahr

Einer Befragung des Stifterverbands zufolge verlieren viele Organisationen zunehmend Mitglieder mit Funktionsbindung wie ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, Sportwarte oder Gruppenleiter. 14 Prozent der Organisationen, die Engagierte verloren haben, verzeichneten Austritte speziell dieser Mitglieder.

Das zeigen neueste September-Zahlen des Engagement-Barometers von ZiviZ im Stifterverband. Noch im März 2021 lag der Wert bei nur vier Prozent, im Juni bereits bei zwölf. Insgesamt gaben 13 Prozent der befragten gemeinnützigen Vereine und Institutionen an, dass sie zuletzt mehr Mitglieder verloren als gewonnen haben. Bei einer Gesamtzahl von ungefähr 600.000 Vereinen in Deutschland (ZiviZ-Survey 2017), könnten also fast 80.000 Organisationen von einem Netto-Mitgliederverlust betroffen sein.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Knapp jede fünfte zivilgesellschaftliche Organisation (21 Prozent) verzeichnete zuletzt wieder mehr Mitgliedereintritte als -austritte. Rund ein Drittel (34) der Befragten gab an, dass die Mitgliederzahlen ihrer Organisation stagnieren.

Große Unterschiede je nach Organisationstyp

Zugleich gibt es offenbar deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Typen gemeinnütziger Organisationen. So gibt es etwa unter den größeren, rein ehrenamtlich getragenen Organisationen in den Metropolen deutlich mehr Mitgliedergewinner (35 Prozent) als unter solchen, die in kleineren und mittleren Städten (19 Prozent) liegen. 20 Prozent der Organisationen mit hauptamtlichen Mitgliedern im städtischen Raum hatten einen Antrag auf Liquiditätshilfen gestellt – unter den kleinen, rein ehrenamtlich getragenen Organisationen in diesen Regionen waren es gerade einmal acht Prozent.

(Stifterverband / STB Web)