11.05.2023 | Studie

81 Prozent der Vollzeitbeschäftigten wollen Vier-Tage-Woche

Die Vier-Tage-Woche wird öffentlich viel diskutiert. Positive Zwischenergebnisse von Pilotprojekten in Großbritannien haben Schlagzeilen gemacht: Beschäftigte sind mit der verkürzten Arbeitszeit produktiver, weniger gestresst und seltener krank.

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(Foto: © iStock.com/designer491)

Auch in Deutschland halten viele Beschäftigte eine Verkürzung ihrer Arbeitswoche unter bestimmten Voraussetzungen für sinnvoll, zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Befragt wurden 2.575 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in Vollzeit arbeiten und vertraglich geregelte Arbeitszeiten haben.

Rund 81 Prozent wünschen sich danach eine Vier-Tage-Woche mit entsprechend niedrigerer Wochenarbeitszeit. Knapp 73 Prozent geben dabei an, eine Arbeitszeitverkürzung nur bei gleichem Lohn zu wollen. Acht Prozent der Erwerbstätigen würden ihre Arbeitszeit auch reduzieren, wenn dadurch das Entgelt geringer ausfiel. 17 Prozent der Befragten lehnen eine Vier-Tage-Woche ab, zwei Prozent haben ihre Vollzeittätigkeit bereits auf vier Tage verteilt.

Verbesserung der subjektiven Zeitautonomie

Bisherige Forschung weise darauf hin, dass Beschäftigte bei einer Vier-Tage-Woche produktiver arbeiten, wodurch ein Lohnausgleich kompensiert werden könne, betonen die Forschenden. Eine Verbesserung der subjektiven Zeitautonomie stelle dabei zugleich als wichtiger Aspekt von Arbeitgeberattraktivität einen Mehrwert bei der Gewinnung von Fachkräften dar.

Anpassung der Abläufe

Jedoch müssen bei einer Vier-Tage-Woche auch die Arbeitsmenge und die Arbeitsabläufe angepasst werden. Für eine wirkungsvolle Umsetzung brauche es verbindliche Vertretungsregelungen, mehr Personal sowie eine angepasste Arbeitsorganisation, etwa Erreichbarkeitsregeln im Kundenkontakt, und eine verringerte Arbeitsmenge, zum Beispiel durch Automatisierungsprozesse.

(Böckler / STB Web)

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 11.05.2023, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.