02.07.2020 | Non-Profit

Vermögensanlage von Stiftungen

Kleinere Stiftungen mit weniger als 1 Million Euro Stiftungskapital haben es schwerer, den jährlichen Anstieg des Preisniveaus auszugleichen. Dies ist ein Ergebnis aus einer Anfang 2020 durchgeführten Befragung im Stiftungspanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Demnach schätzten zu dem Zeitpunkt 62 Prozent der kleinen Stiftungen, dass ihre Rendite 2019 oberhalb der Inflationsrate lag. Bei den großen Stiftungen waren es 84 Prozent. Insgesamt schauten die Stiftungen 2019 optimistischer auf die Vermögensanlage als im Jahr zuvor: Während 2018 knapp 30 Prozent der im Stiftungspanel befragten Stiftungen davon ausgingen, dass die Rendite unterhalb der Inflationsrate liegt, war es 2019 lediglich ein Fünftel aller befragten Stiftungen. Allerdings betrug die Inflationsrate 2018 noch 1,9 Prozent, 2019 lediglich 1,4 Prozent. 

Knapp 70 Prozent der befragten Stiftungen haben Anlagerichtlinien?

Knapp 30 Prozent der befragten Stiftungen haben keine Anlagerichtlinien. Bei kleinen Stiftungen mit einem Stiftungskapital unter einer Million Euro liegt dieser Prozentsatz sogar bei rund 40 Prozent. Bei großen Stiftungen ab einer Million Euro Kapital haben nur 16 Prozent keine Anlagerichtlinien.  

Unternehmensbeteiligungen oder Wagniskapital spielen kaum eine Rolle

Etwas weniger als die Hälfte der befragten Stiftungen hat das Stiftungskapital bisher nicht außerhalb der Anleihe- und Aktienmärkte angelegt. Wenn sie es doch tun, dann erfolgen die Investitionen überwiegend im Immobilienbereich: Das haben gut 40 Prozent der Befragten angegeben. Unternehmensbeteiligungen oder Wagniskapital spielen mit rund 10 Prozent eine untergeordnete Rolle.  

Über 40 Prozent der befragten Stiftungen, die bislang noch nicht außerhalb der Anleihe- und Aktienmärkte investiert haben, sehen das in ihren Anlagenrichtlinien gar nicht erst vor. Ein weiterer Grund ist das als zu hoch empfundene Risiko: Mehr als ein Drittel lehnt diese Anlageformen deshalb ab. Ein Fünftel der Befragten meint zudem, noch nicht die passenden Anlageprodukte gefunden zu haben. In rund 19 Prozent der Fälle sind die Stiftungsgremien mehrheitlich dagegen. 

(Bundesverband Dt. Stiftungen / STB Web)