17.12.2008 | Statistik

Steuerberaterinnen verdienen 47 Prozent weniger als Steuerberater

(STB Web) 47 Prozent weniger Gehalt bekamen angestellte Steuerberaterinnen und Wirtschaftsprüferinnen im Jahr 2006 im Vergleich zu den angestellten Männern in diesen Branchen. Das fand das Statistische Bundesamt heraus. Damit ist der Verdienstunterschied weiter angewachsen: Zuletzt hatten Frauen in der Beratungsbranche "nur" 36 Prozent weniger verdient. Zwischenzeitlich ist das Gehalt der Männer gestiegen, das der Frauen aber leicht gesunken.

Durchschnittlich verdienten in Vollzeit angestellte Steuerberater im Jahr 2006 4.664 Euro brutto im Monat, Vollzeit-Steuerberaterinnen lediglich 2.757 Euro. Mit Blick auf den Jahresbruttoverdienst fällt das Ergebnis noch deutlicher aus: Männer erhielten 67.432 Euro, Frauen 35.684 Euro. Insbesondere die Sonderzahlungen sind mit 11.698 Euro bei den Männern wesentlich höher ausgefallen (Frauen: 3.339 Euro).

Das Bundesfamilienministerium hatte zuletzt im Frühjahr einen Gehaltsunterschied von 36 Prozent in der Branche vermeldet. Das Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen fiel in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung im Vergleich aller Akademikerberufe damit am deutlichsten aus.

Bezug nahm die Studie auf Zahlen des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2002. Damals hat ein angestellter Steuerberater 4.355 Euro brutto im Monat verdient, eine Steuerberaterin im Durchschnitt 2.789 Euro. Zwischenzeitlich ist das Gehalt der Männer angestiegen (+ 309 Euro), das der Frauen ist dagegen gesunken (- 32 Euro).

Da über 70 Prozent des Berufsstands der Steuerberater selbstständig tätig ist, lohnt auch ein Blick auf die Gehälter der Unternehmer und Geschäftsführer. Branchenübergreifend verdienten Männer dort 97.340 Euro, Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen erhielten 59.030 Euro. Das sind rund 40 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch in diesem Bereich hat sich der Gehaltsunterschied in den vergangenen Jahren vergrößert (zuletzt 31 Prozent Gehaltsabstand).

Zur detaillierten Auswertung des Statistischen Bundesamts gelangen Sie hier.

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 17.12.2008, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.