22.03.2022 | Studie

Mindeststeuer bringt Deutschland zwischen 1,6 und 6,2 Milliarden Euro

Die geplante Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmen in Höhe von 15 Prozent wird Deutschland Steuermehreinnahmen bringen. Dies geht aus einer neuen Untersuchung des ifo Instituts für das Bundesministerium der Finanzen hervor.

Wenn die Niedrigsteuerländer ihre Steuerpolitik nicht ändern, könnte Deutschland mit zusätzlichen Steuereinnahmen von bis zu 6,2 Milliarden Euro jährlich rechnen, so die Prognose. Sollten die Niedrigsteuerländer hingegen diese Gewinne selbst der Mindeststeuer unterwerfen, betragen die Steuermehreinnahmen für Deutschland voraussichtlich nur 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Das Ziel, besonders krasse Fälle von Steuervermeidung zurückzudrängen, würde zwar erreicht, aber die zusätzlichen Steuereinnahmen kämen in erheblichem Umfang den Niedrigsteuerländern zugute.

Für die Schätzungen standen dem ifo Institut Informationen aus den länderbezogenen Berichten (Country-by-Country-Berichte) sämtlicher in Deutschland aktiver multinationaler Großkonzerne zur Verfügung. Der Datensatz enthielt die Angaben von 3.613 multinationalen Konzernen, von denen 434 ihren Hauptsitz in Deutschland haben, für die Jahre 2016 bis 2019.

Im Oktober 2021 hatten sich 136 Länder auf die Einführung einer globalen effektiven Mindeststeuer von 15 Prozent geeinigt (STB Web berichtete). Ist die effektive Steuerlast eines Konzerns in einem Land niedriger, so werden die Gewinne nachbesteuert, bis das Verhältnis von Steuerzahlungen zu Gewinnen 15 Prozent erreicht. Betroffen sind multinationale Konzerne, deren weltweiter Umsatz mindestens 750 Millionen Euro beträgt. Verschiedene Teile der konkreten Ausgestaltung sind allerdings noch offen. So steht eine Einigung auf eine genaue Definition der Bemessungsgrundlage aus und es ist offen, wie mit Verlustverrechnungen umgegangen wird.

(ifo / STB Web)