23.04.2014 | Weinkolumne

Weinkolumne: Ein Weißherbst für den Frühling

Von Viola C. Didier, Stuttgart *

Ein Frühlingswein muss fruchtig sein, eine zarte Farbe haben, die an blühende Mandelbäume erinnert und natürlich zu neuen Kartoffeln, Spargel und Erdbeeren passen. Wie wäre es mit einem Weißherbst aus Württemberg?

Der Wein zum Frühling: Spätburgunder Weißherbst Edition >S< der Fellbacher Weingärtner (Foto: © victoria p. - Fotolia.com)

Bei einem Weinseminar kurz vor Ostern habe ich einen ganz vorzüglichen Tropfen entdeckt: den Spätburgunder Weißherbst Edition >S< der Fellbacher Weingärtner. Dieser trockene Wein überzeugt mich mit einem sehr feinen Fruchtaroma, das deutlich an Erdbeeren erinnert und er schimmert zart lachsrot im Glas – lebendig, spritzig und jung. Nur zu gut kann man sich bereits beim ersten Schluck vorstellen, wie perfekt er jetzt – leicht gekühlt auf 10° C – zu Spargelgerichten, gebratenen Garnelen oder Honigmelone mit Schinken passen würde. Obwohl ich sonst lieber Weiß als Rosé trinke, bin ich begeistert von diesem – halt! Ein Rosé? Das stimmt doch so nicht…

Weißherbst ist nicht gleich Rosé

Ein Weißherbst ist nicht das Gleiche wie ein Rosé, erklärt man mir im Weinseminar. Das deutsche Weingesetz gibt nämlich klare Regeln vor. Während Roséweine viele verschiedene rote Rebsorten enthalten können, steht der Begriff Weißherbst stets für einen absolut sortenreinen Qualitätswein. Mit anderen Worten: Es dürfen nur Trauben aus einer einzigen roten Rebsorte für einen Weißherbst verwendet werden. Hinzu kommt: Während die Bezeichnung „Rosé“ durchaus international verwendet wird, stammen Weißherbste ausschließlich aus sieben deutschen Weinanbaugebieten.

Der Dritte im Bunde: Schillerwein

Roséwein und Weißherbst entstehen dadurch, dass man Fruchtsaft und Beerenhaut roter Trauben innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte keltert. Der gewonnene Saft enthält deshalb erheblich weniger Farbe aus der Beerenhaut als Rotweine aus den gleichen Trauben, die erst nach ein bis zwei Wochen Gärung gekeltert werden. Ein weiterer Wein, der die rosétypische Färbung aufweist, ist der so genannte Schillerwein. Dieser wird allerdings aus weißen und roten Traubensorten zusammengekeltert. Es ist also kein Rosé im eigentlichen Sinne, sondern eine Mischung aus Weiß- und Rotweinen.

 

* Über die Autorin:

Die Juristin Viola C. Didier arbeitet in Stuttgart als freie Journalistin und gründete 2003 das spezialisierte Redaktionsbüro RES JURA für Steuern, Recht und Wirtschaft (www.resjura.de). Sie twittert unter @RES_JURA


Mehr über die STB-Web-Weinkolumne lesen Sie hier: "Wein und Steuern – eine verheißungsvolle Verbindung"

 

(STB Web)