18.12.2013 | Weinkolumne

Weinkolumne: Wei(h)nachten in Israel

Von StB Frank Winter, Schwerte *

Wer denkt jetzt im Dezember nicht unweigerlich an die Weihnachtsgeschichte, Jesu Geburt und Israel. Aber denken Sie bei Israel auch an Wein? Vermutlich nicht, dabei geht der Weinbau in Israel bis ins 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück.

Das Weinkolumnen-Team wünscht
Ihnen und Ihren Lieben eine
schöne Weihnachtszeit!
(Foto: Mark Swallow / Getty Images)

Dass Weine Geschichten erzählen, wird in diesem Land besonders deutlich. In Israel erhielt der Wein seine Bedeutung als kultisches Getränk, Noah ist der erste namentlich erwähnte Weinbauer und Jesus verwandelte Wasser in Wein. Später verbot der Islam den Weinanbau, sodass sich erst Ende des 19. Jahrhunderts wieder eine Weinkultur dort entwickeln konnte. Dies geschah übrigens durch keinen geringeren als den berühmten Edmond de Rothschild.

Kleines Land – große Weine

Die Weinberge in Israel sind kleinteilig und über das ganze Land verteilt. Im Norden an der Grenze zum Libanon liegt das Anbaugebiet des Oberen Galiläa. Im Nordwesten liegen die Golanhöhen, in der Mitte das Judäische Bergland und im Süden die Wüste Negev. Auch hier – in der Wüste – wird neuerdings Wein angebaut. Denn das Klima mit seinen heißen Tagen, kalten Nächten und der Trockenheit schützt die Trauben vor Pilzbefall und eignet sich hervorragend für Weinbau. Mit gerade mal 5.000 Hektar Weinanbaufläche gehört Israel zu den kleinen Weinbauländern.

Koscherer Wein

Eine Besonderheit israelischen Weines ist, dass 95 Prozent der Weine koscher sind. Kennzeichen für koscheren Wein sind beispielsweise: Die Trauben werden erst ab dem vierten Jahr geerntet, die Erntegeräte werden unter Aufsicht eines Rabbiners gesäubert und ein kleiner Teil des Weines muss verschenkt werden.
Heute werden auch in Israel die modernen internationalen Qualitätsrebsorten angebaut. Es herrschen Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Merlot vor. Aber auch aus den Sorten Sauvignon Blanc, Gewürtztraminer, Viognier, Shiraz/Syrah, Petite Syrah, Cabernet Franc und Carignan werden hervorragende Weine gekeltert, die es mit feinfruchtigen Kaliforniern aufnehmen können. Besonders exquisite Tropfen werden gelegentlich sogar mit den kräftigen Roten des Bordeaux verglichen.

Weintipp für das Fest

Ich bin bei meiner Suche nach „ausgefallenen“ Weinen nun auf den Galil Mountain Shiraz aus dem Oberen Galiläa gestoßen. Dieser Shiraz leuchtet hell-purpur im Glas und verströmt einen fruchtigen Duft von Kirsche, Himbeere, schwarzer Johannisbeere und einem Hauch frischer Minze. Ein ganz tolles Geschmackserlebnis für die kommenden Weihnachtsfeiertage, da dieser Wein hervorragend zu Fleischgerichten harmoniert, aber auch für den Genuss ruhiger, besinnlicher Momente geeignet ist.

In diesem Sinne wünschen wir vom Weinkolumnen-Team Ihnen und Ihren Lieben eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Jahreswechsel.


* Über den Autor:

Frank Winter ist Steuerberater und geschäftsführender Partner der Weichelt & Winter Steuerberater-Partnerschaft im nordrheinwestfälischen Schwerte. Seine privaten Leidenschaften sind der Fußball, sein treuer Hund Fido - und: Überseeweine! Er twittert unter @StBWinter


Mehr über die STB-Web-Weinkolumne lesen Sie hier: "Wein und Steuern – eine verheißungsvolle Verbindung"

 

(STB Web)