21.05.2026 | Befragung
Die Mehrzahl der Unternehmen setzt beim Recruiting derzeit auf das Angebot flexibler Arbeitszeiten. Auch Weiterbildungsmaßnahmen sind beliebt. Die 4-Tage-Woche, Sabbaticals oder Workation spielen dagegen eine Nebenrolle. Das zeigt die Randstad-ifo-HR-Befragung im ersten Quartal 2026.
Befragt wurden 531 HR-Verantwortliche, 35 Prozent von ihnen stammen aus dem Dienstleistungssektor. In der Umfrage gaben wie schon im Jahr zuvor 76 Prozent der Unternehmen an, flexible Arbeitszeiten zu nutzen, um Arbeits- und Fachkräfte anzuwerben. Weitere 66 Prozent nutzen Weiterbildungsmaßnahmen, um sich für Bewerbende attraktiv zu machen (2025: 68 Prozent).
Flexible Gestaltung im Arbeitsalltag hat Vorrang
"Arbeitszeitflexibilität ist heute im Recruiting weniger ein Anreiz unter anderen, sondern – und das spätestens seit COVID – eine feste Erwartung auf Seiten der Mitarbeitenden", sagt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland. Ein weiteres wichtiges Kriterium sei Arbeitsortflexibilität: Hier gebe es aber noch Nachholbedarf in den Betrieben. Immer mehr Arbeitnehmende seien bereit, remote zu arbeiten.
Zusatzangebote wie Sport, Jobticket oder Kantine werden von 57 Prozent angeboten (2025: 60 Prozent). Auch das Angebot eines flexiblen Arbeitsortes hat sich mit 31 Prozent leicht verringert (2025: 34 Prozent). Eine überdurchschnittliche Bezahlung bieten 30 Prozent der Unternehmen (2025: 32 Prozent).
Neuartige Arbeitsmodelle eher selten
Neuartige Arbeitsmodelle werden von den befragten Unternehmen dagegen eher selten angeboten: Lediglich 10 Prozent der Unternehmen setzen auf die 4-Tage-Woche als Maßnahme beim Recruiting, 9 Prozent bieten Sabbaticals (bezahlte oder unbezahlte Freistellung auf Zeit) und 4 Prozent Workations (Arbeiten vom Urlaubsort aus) an.
Aktivrente hilfreich gegen Fachkräftemangel
Auch zur Aktivrente wurden die HR-Verantwortlichen befragt: 36 Prozent sehen sie als hilfreiches Mittel, um den Arbeits- und Fachkräftemangel zu bekämpfen. Spürbar positivere Auswirkungen erwartet der Handel (43 Prozent), in der Industrie versprechen sich hingegen weniger Betriebe (29 Prozent) eine verbesserte Position gegen den Arbeits- und Fachkräftemangel. Die Dienstleister liegen mit 37 Prozent etwa in der Mitte.
Abfindungsmodelle wenig verbreitet
Demgegenüber setzen nur sehr wenige Unternehmen (7 Prozent) auf Abfindungsmodelle, um ältere Beschäftigte früher in Rente zu schicken. Diese Modelle sind verbreiteter, je größer das Unternehmen ist. Die wenigen Unternehmen, die ein Abfindungsmodell anbieten, tun dies am häufigsten in Form von Altersteilzeit.
Die Studie ist hier abrufbar.
(Randstad / STB Web)