25.04.2026 | Energiekrise

Studie: Homeoffice könnte täglich Millionen Liter Kraftstoff sparen

Eine Studie der Universität Konstanz zeigt: Wenn alle Beschäftigten, die mit dem Auto pendeln, nur einen Tag mehr pro Woche im Homeoffice arbeiten würden, könnten in Deutschland täglich rund 32 Millionen Liter Kraftstoff eingespart werden – knapp 19 Prozent des täglichen Verbrauchs.

(Foto: © iStock.com/Canetti)

64 Prozent der Beschäftigten, deren Arbeit grundsätzlich im Homeoffice möglich ist, fahren derzeit mit dem Auto zur Arbeit. Gleichzeitig wünschen sie sich im Durchschnitt fast einen Homeoffice-Tag mehr pro Woche, wie die Befragung unter 1.017 Personen mit Bürotätigkeiten ergab. Zudem könnten Organisationen durch die strukturierte Gestaltung hybrider Arbeit Engagement und Produktivität steigern. "Wir haben hier ein seltenes Zusammentreffen von individuellen Wünschen, gesellschaftlichem Nutzen und betriebswirtschaftlichem Interesse", sagt Studienleiter Florian Kunze von der Universität Konstanz.

Homeoffice als möglicher Schlüsselfaktor in der Energiekrise

Insgesamt halten 62 Prozent der Befragten mehr Homeoffice wegen der gestiegenen Energiepreise für sinnvoll – dennoch haben bislang nur 20 Prozent ihr Verhalten aufgrund der steigenden Kosten angepasst. Der Grund liege in strukturellen Hürden, so die Auswertung. Gleichzeitig gibt ein Drittel (33 Prozent) der Beschäftigten an, häufig ins Büro zu kommen, ohne dass dies inhaltlich notwendig wäre – ein Fünftel (20 Prozent) teilt sogar den Eindruck, dass viele Mitarbeitende im Büro ihre Zeit ohnehin eher absitzen.

Beschäftigte mit Präsenzpflicht sind erschöpfter

Zugleich ist der Anteil unter den Führungskräften, der eine stärkere Präsenzpflicht befürwortet, gesunken: von 33 Prozent im Jahr 2024 auf 22 Prozent. Kommunikationsbedenken halbierten sich seit 2024 von 43 auf 23 Prozent. Parallel dazu bleibt die Präsenzpflicht, im Vergleich zu den Vorjahren, auf niedrigem Niveau: Nur 21 Prozent berichten von verschärften Anwesenheitsregeln. Zudem würden die Daten erneut bestätigen, dass Beschäftigte mit Präsenzpflicht erschöpfter seien, ohne einen messbaren Produktivitätsgewinn.

Hybrides Arbeiten braucht klare Regeln

Die Konstanzer Homeoffice-Studie zeigt allerdings auch, dass bei einem Drittel bis zur Hälfte der Unternehmen Strukturen für hybrides Arbeiten noch fehlen. "Hybrides Arbeiten funktioniert nicht von selbst. Es braucht klare Regeln und bewusst gestaltete Präsenzzeiten", so Florian Kunze. Unternehmen, die darin investierten, könnten nicht nur die Energiekosten für die Beschäftigten reduzieren, sondern auch die Leistungsfähigkeit ihrer Teams stärken.

(Univ. Konstanz / STB Web)