09.01.2026 | IWH-Insolvenztrend
Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland stieg im Dezember wieder deutlich an. Im Gesamtjahr 2025 gab es so viele Firmenpleiten wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor.
Dem IWH-Insolvenztrend zufolge liegt die Zahl der insolventen Personen- und Kapitalgesellschaften im Dezember bei 1.519. Das sind 17 Prozent mehr als im November, 14 Prozent mehr als im Dezember 2024 und 75 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Dezember der Vor-Corona-Jahre. Zudem waren im Dezember 2025 in den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 15.000 Arbeitsplätze betroffen.
Im Gesamtjahr 2025 wurden rund 17.600 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet. Dies ist der höchste Stand seit 2005, der selbst in der großen Finanzkrise 2009 nicht erreicht wurde. Wie bereits 2024 entfiel der größte Anteil der betroffenen Arbeitsplätze auf das Verarbeitende Gewerbe mit rund 62.000 Jobs.
Aktuelle Wirtschaftslage und Marktbereinigungen
Laut Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, lassen sich die derzeit hohen Insolvenzzahlen nicht mehr durch Nachholeffekte aus der Pandemie und der jahrelangen Niedrigzinspolitik erklären. "Die aktuell hohen Insolvenzzahlen spiegeln immer deutlicher die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland wider", sagt Müller. Insolvenzen seien aber auch ein normaler Bestandteil der Marktwirtschaft: Sie stellten notwendige Marktbereinigungen dar und schafften Raum für zukunftsfähige Unternehmen.
(IWH / STB Web)