15.11.2025 | Ehrenamt

Studie gibt Überblick über freiwilliges Engagement in Deutschland

Der Deutsche Freiwilligensurvey (FWS) dokumentiert seit 1999 die Entwicklung des freiwilligen Engagements in Deutschland. Die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie im Auftrag der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt wurden nun vom Bundeskanzleramt vorgestellt.

Demnach waren im Jahr 2024 36,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren – etwa 27 Millionen Menschen – freiwillig engagiert. Gegenüber der Voruntersuchung 2019 (39,7 Prozent) ist die Quote leicht gesunken, bleibt aber insgesamt auf hohem Niveau.

Laut Kurzbericht investieren Engagierte wieder mehr Zeit in ihre Tätigkeiten. Auch die Häufigkeit freiwilliger Aktivitäten ist gegenüber 2019 gestiegen. Mehr als zwei Drittel der Engagierten wollen ihr Engagement unverändert fortsetzen.

Jüngere engagieren sich stärker

Die Engagementquote ist in den jüngeren Altersgruppen am höchsten. Zwischen Frauen und Männern bestehen – wie bereits 2019 – keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Gesamtbeteiligung. Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Tätigkeitsfeldern: Frauen engagieren sich häufiger im sozialen Bereich, Männer eher im Sport sowie im Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Engagement steigt mit Bildungsniveau

2024 engagierten sich Personen mit niedriger Schulbildung zu 24,6 Prozent, mit mittlerer Schulbildung zu 35,9 Prozent und mit hoher Schulbildung zu 45,5 Prozent. 

Im Zeitvergleich zu 2019 erfolgte der leichte Rückgang der Engagementbeteiligung 2024 allerdings dennoch bei der Gruppe mit hoher Schulbildung. Dort sank die Engagementbeteiligung von 51 Prozent (2019) auf 45,5 Prozent (2024) um 5,5 Prozentpunkte. Für Personen mit niedriger oder mittlerer Schulbildung zeigen die Daten dagegen keinen statistisch signifikanten Rückgang.

Vereine bleiben wichtigste Organisationsform

Fast die Hälfte der Engagierten (48,5 Prozent) übt ihre Tätigkeit in Vereinen aus, insbesondere im Bereich Sport und Bewegung. Dazu kommen die meist überregionalen Verbände mit 5,5 Prozent. Kirchen und religiöse Einrichtungen binden 11 Prozent der Engagierten, staatliche oder kommunale Einrichtungen – darunter Feuerwehr, Rettungsdienste, Schulen und Kindergärten – rund 9 Prozent.

Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Engagierten sind in der Organisation ihres zeitintensivsten Engagements zugleich Mitglied.

Der jetzt veröffentlichte Kurzbericht fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Der ausführliche Hauptbericht mit detaillierten Auswertungen soll Mitte 2026 folgen.

(Bundesregierung / STB Web)