23.10.2025 | Steuerschätzung

Bis 2029 über 33 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen

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Von Manuel Maurer

In Berlin wurden die Ergebnisse der aktuellen Steuerschätzung vorgestellt. Danach werden gegenüber der Schätzung vom Mai insgesamt Steuermehreinnahmen von 33,6 Milliarden Euro bis 2029 prognostiziert. Davon profitieren vor allem die Länder und Gemeinden.

(Foto: © iStock.com/hanohiki)

Für 2025 belaufen sich die Steuereinnahmen insgesamt und unter Berücksichtigung der bis Oktober 2025 in Kraft getretenen Steuerrechtsänderungen auf 990,7 Milliarden Euro. In der Mai-Schätzung wurden noch 11 Milliarden Euro weniger für dieses Jahr angenommen.

Höhere Einnahmeerwartungen haben allerdings insbesondere Länder und Gemeinden zu verzeichnen. Betrachtet man den Bund allein, halten sich die Einnahmen und Ausgaben bis 2029 allerdings die Waage. Einer anfänglichen Einnahmensteigerung bis 2027 folgen geschätzte Mindereinnahmen in den Jahren 2028 und 2029.

Bund profitiert wenig

"Der Bund trägt ganz überwiegend die Kosten des Wachstumsboosters, mit dem wir die Wirtschaft ankurbeln. Deshalb profitiert der Bund wenig von zusätzlichen Steuereinnahmen. Aber der Weg ist richtig. Denn für mich bleibt entscheidend, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern und die Jobs der Zukunft hier zu schaffen." sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.

Der Steuerschätzung des "Arbeitskreises Steuerschätzung", einem Beirat aus unabhängigen Sachverständigen beim Bundesministerium der Finanzen, lagen die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion 2025 der Bundesregierung zugrunde. Trotz der zuletzt spürbar gedämpften wirtschaftlichen Aktivität in Deutschland und der anhaltenden internationalen Handelskonflikte geht diese von mehr binnenwirtschaftlicher Dynamik ab dem kommenden Jahr aus.

Mehr binnenwirtschaftliche Dynamik erwartet

"Insbesondere von den wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung dürften positive Impulse für die Gesamtwirtschaft ausgehen", schreibt das Bundesministerium der Finanzen in seiner Mitteilung zur Steuerschätzung. Vor diesem Hintergrund rechne die Bundesregierung damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr zwar nur leicht zulegen wird (+0,2 Prozent). Für 2026 und 2027 werden dann BIP-Zuwächse in Höhe von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent erwartet.

Klingbeil: Konsolidierungsdruck bleibt hoch

Für den Finanzminister sind die positiveren Wachstumsaussichten und Steuereinnahmen jedoch "überhaupt kein Grund, sich jetzt zurückzulehnen." Der Konsolidierungsdruck im Bundeshaushalt bleibe hoch. "Wir werden mit Blick auf die Haushaltslücken ab 2027 weiterhin einen strikten Konsolidierungskurs fahren. Alle Ministerien bleiben gefordert, Einsparungen vorzunehmen. Wir werden außerdem weiter Reformen vorantreiben, damit wir die Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen, Bürokratie abbauen und unseren Sozialstaat zukunftsfest machen", so Klingbeil.

(STB Web)