16.09.2025 | Studie
Die wirtschaftlichen Folgen von Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen allein in Europa sind erheblich – mit geschätzten Verlusten von 43 Milliarden Euro im Jahr 2025 und voraussichtlich insgesamt 126 Milliarden Euro bis 2029. Das zeigt eine neue Studie.

Die Studie der Universität Mannheim und der Europäischen Zentralbank basiert auf Wetterdaten für den Zeitraum Juni bis August 2025. Insgesamt waren 96 Regionen von Hitzewellen, 195 von Dürre und 53 von Überschwemmungen betroffen.
Alle drei Ereignisarten beeinträchtigen die wirtschaftliche Aktivität auf unterschiedliche Weise: Hitze führt zu Produktivitätsverlusten, etwa im Bau- und Gastgewerbe, während Dürren vor allem die Landwirtschaft treffen. Überschwemmungen verursachen direkte Schäden an Infrastruktur und Gebäuden – aber auch mittelbare Verluste, etwa durch unterbrochene Lieferketten.
Südeuropa besonders betroffen
Diese wirtschaftlichen Verluste sind deutlich messbar, so die Forschenden: In Italien lagen beispielsweise die geschätzten Einbußen danach bei 11,9 Milliarden Euro für 2025 und werden bis 2029 voraussichtlich bei 34,2 Milliarden Euro liegen. In Frankreich beliefen sich die Schäden auf 10,1 Milliarden Euro (2025) und werden auf 33,9 Milliarden Euro im Jahr 2029 geschätzt.
Tatsächliche Schäden könnten noch höher liegen
Die Forschenden betonen, dass ihre Berechnungen eher konservativ sind. So seien etwa Waldbrände, Hagel oder Sturmereignisse in der Analyse nicht berücksichtigt worden. "Die tatsächlichen Kosten extremer Wetterereignisse werden erst nach und nach sichtbar, da diese Ereignisse das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen über eine Vielzahl von Kanälen beeinflussen, die über die unmittelbaren Auswirkungen hinausgehen", erläutert Dr. Sehrish Usman vom Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Corporate Governance.
Die Forschenden plädieren daher für eine verstärkte Investition in Klimaanpassungen, wie etwa Hitzeschutz in Städten oder verbesserte Wasserbewirtschaftung.
(Univ. Mannheim / STB Web)