06.09.2025 | Bayerisches Finanzministerium
Bayern will die Steuererklärung vereinfachen und strebt eine Lösung per App an. Hierzu soll das Finanzamt aus bereits vorliegenden Daten einen Entwurf bereitstellen, dem die Steuerpflichtigen mit nur einem Klick zustimmen können, so die Vision.

Die Steuerverwaltung verfügt über zahlreiche Angaben und Daten, die ihr automatisch und digital von verschiedenen Stellen zur Verfügung gestellt werden – etwa Daten zur Lohnsteuer sowie der Kranken- und Rentenversicherung. Auf dieser Basis soll Steuerpflichtigen in geeigneten Fällen über ELSTER der Entwurf einer Steuererklärung via Smartphone-App bereitgestellt werden. Bei Einverständnis soll eine einfache Zustimmung möglich sein. Zuvor könnten auch Anpassungen oder Ergänzungen vorgenommen werden.
Einbeziehung aller Länder
Im Rahmen des gemeinschaftlichen Vorhabens KONSENS sollen dabei alle Länder einbezogen werden, um Insellösungen zu vermeiden. Deshalb warb der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in der vergangenen Woche bei seinen Amtskolleginnen und -kollegen um Unterstützung des Vorhabens. Im besten Fall könnte bereits Mitte 2026 der Startschuss für einen ersten Anwenderkreis, wie etwa ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, fallen.
Reduzierung der Steuerbürokratie
Jede digitale Lösung könne allerdings am Ende nur so gut sein, wie es die rechtlichen Vorgaben zulassen würden. "Hochkomplexes Recht führt jede digitale Umsetzung an Grenzen. Deshalb müssen wir beides tun: Unübersichtliche Rechtslandschaften insgesamt vereinfachen und zugleich moderne Verfahren einsetzen." so Füracker.
Im August hatte bereits das hessische Finanzministerium einen ganz ähnlichen Vorschlag vorgestellt und den Start eines entsprechenden Pilotprojekts des Finanzamts in Kassel bekannt gegeben.
(Bayr. Finanzmin. / STB Web)