28.08.2025 | ifo Konjunkturumfrage
Das Problem, Fachkräfte zu finden, wird für Unternehmen in Deutschland größer. Mit Abstand am stärksten betroffen sind weiterhin die Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung. Wie das ifo Institut im August 2025 meldete, haben 72,7 Prozent der Kanzleien Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche.

Gegenüber April 2025 hat der Fachkräftemangel trotz einer anhaltend schwachen Konjunktur weiter zugenommen. Nach der jüngsten ifo Konjunkturumfrage bekommen 28,1 Prozent der Firmen zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte, im April waren es 27,2 Prozent.
"Langfristig wird sich das Problem weiter verschärfen – der demografische Wandel lässt daran keinen Zweifel", sagt ifo-Forscher Klaus Wohlrabe.
Hoher Fachkräftebedarf zur Bewältigung bürokratischer Anforderungen
Im Dienstleistungssektor bleibt der Fachkräftemangel besonders spürbar. Dort meldeten zuletzt 33,7 Prozent der Unternehmen entsprechende Engpässe (April: 32,9 Prozent). Besonders groß ist der Bedarf in der Logistikbranche, wo über die Hälfte der Firmen (51,3 Prozent) Schwierigkeiten bei der Fachkräftesuche angibt. In der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung sind es sogar 72,7 Prozent. Der hohe Fachkräftebedarf in diesem Berufsfeld spiegele auch wider, wie viele Unternehmen auf Unterstützung beim Umgang mit bürokratischen Anforderungen angewiesen seien, geben die ifo-Experten zu bedenken.
Entspannung in der IT-Branche und im Automobilsektor
Entspannung zeigt sich dagegen bei den IT-Dienstleistern: Hier sank der Anteil der Unternehmen mit Engpass auf 21,3 Prozent. Vor zwei Jahren lag er noch bei rund 50 Prozent. In der Industrie ist der Anteil der betroffenen Unternehmen von 17,9 auf 19,3 Prozent gestiegen – trotz vielfach zurückhaltender Personalplanung. Eine Ausnahme bildet der Automobilsektor: Hier sank der Anteil spürbar von 20,9 auf 14,5 Prozent. Die ifo-Experten vermuten dies als eine Folge laufender Umstrukturierungen.
(ifo / STB Web)