12.08.2025 | Studie
Rentner sollen bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen können. Mit dieser sogenannten Aktivrente will die Bundesregierung dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass die Maßnahme vor allem teuer ist – bei ungewissem Nutzen.
Werde die Aktivrente wie im Koalitionsvertrag beschrieben umgesetzt, würden dem Fiskus jährlich 2,8 Milliarden Euro entgehen, so die IW-Berechnungen. Danach haben zum Jahresende 2023 deutschlandweit etwas mehr als 600.000 Rentner und Selbstständige jenseits der Regelaltersgrenze weitergearbeitet. Der Großteil von ihnen hätte dabei weniger als 24.000 Euro im Jahr verdient und würde entsprechend weniger Steuern zahlen.
2,8 Milliarden Euro steuerliche Mindereinnahmen
Mehr als die Hälfte der im Alter aktiven Selbstständigen hätte hingegen ein Erwerbseinkommen von mehr als 24.000 Euro im Jahr erzielt, im Schnitt sogar rund 68.000 Euro im Jahr. Allein die Aktivrente für diese Gruppe würde den IW-Berechnungen zufolge die Steuerzahler knapp 1,2 Milliarden Euro kosten.
Um die Mitnahmeeffekte für die verschiedenen Renteneinkommensgruppen zu ermitteln, wurden jeweils die durchschnittlichen Grenzsteuersätze berechnet und mit den durchschnittlichen Arbeitseinkommen je Gruppe und der Anzahl der Personen je Gruppe multipliziert.
Die meisten arbeiten aus sozialen Gründen
Unklar bleibe außerdem, ob die Maßnahme überhaupt geeignet sei, um mehr ältere Erwerbstätige auf dem Arbeitsmarkt zu halten. Befragungen würden zeigen, dass für die meisten, die über ihre Regelaltersgrenze hinaus arbeiten wollen, Motive wie Spaß an der Arbeit und soziale Kontakte überwiegen. "Finanzielle Motive spielen eine untergeordnete Rolle", sagt Studienautorin und IW-Rentenexpertin Ruth Schüler. Zudem würden Studien zeigen, dass unterm Strich der Großteil derer, die in den Ruhestand getreten sind, eher selten anfängt, wieder zu arbeiten.
(IW / STB Web)