11.08.2025 | Wirtschaftsprüfer
Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) analysiert in einem neuen Positionspapier die Risiken durch Fake News und deren Auswirkungen auf Unternehmen und Wirtschaftsprüfer. Die Berufsträger seien zunehmend gefragt, um Unstimmigkeiten aufzudecken und Vertrauen zu schaffen.

Fake News gefährden nicht nur das Vertrauen in demokratische Institutionen, sondern bergen auch Gefahren für Unternehmen und Finanzmärkte. Die Streuung von Gerüchten zur Beeinflussung von Aktienkursen sei zwar so alt wie die Börse selbst, so das IDW in dem Positionspapier. Neu sei jedoch die Geschwindigkeit und Reichweite, mit der Fake News ganze Märkte beeinflussen könnten. Möglich geworden ist dies vor allem durch Social Media und deren Algorithmen. KI gibt dem Geschehen eine zusätzliche Dynamik bei der Erstellung und Verbreitung realistisch wirkender, jedoch frei erfundener Meldungen.
Erhebliche Schäden für Unternehmen möglich
So führte Ende 2024 eine Falschmeldung zu angeblich gefälschten Vorjahreserträgen bei der Firma Farmland Partners zu einem Tagesverlust von über 40 Prozent im Kurswert. Im Mai 2023 löste ein KI-generiertes Bild, auf dem die Explosion des Pentagon dargestellt war, einen kurzfristigen Kurssturz des S&P 500 aus. Viele Fälle würden zwar diskret behandelt und nicht sofort öffentlich bekannt, so das IDW. Diese Beispiele würden jedoch zeigen, dass Fake News sowohl akute finanzielle als auch langfristige wirtschaftliche und immaterielle Schäden für Unternehmen verursachen könnten.
Auswirkung auf Abschluss und Lagebericht
Für Unternehmen werde die Fähigkeit, Fake News schnell zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor. Auch den Abschlussprüfern kommen hierbei neue Aufgaben zu, etwa die Beurteilung, ob ein Fake-News-Angriff eine wesentliche Auswirkung auf den Abschluss beziehungsweise Lagebericht haben kann.
Beratungs- und Prüfungsfelder für Wirtschaftsprüfer
"Fake News sind eine ernsthafte Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität und die Reputation von Unternehmen. Deswegen ist es für Unternehmen und Wirtschaftsprüfer gleichermaßen wichtig, Strategien zu entwickeln, um dieser Gefahr zu begegnen" sagt IDW-Vorstandssprecherin Melanie Sack. Wirtschaftsprüfer könnten Unternehmen bei der Entwicklung von Monitoring-Systemen, Krisenplänen und Technologieeinsatz beraten sowie Fake-News-Angriffe untersuchen. "Wirtschaftsprüfer werden zunehmend gefragt sein, um Unstimmigkeiten aufzudecken und Vertrauen herzustellen." so Melanie Sack.
Weiterführende Informationen:
Das IDW Trendwatch Positionspapier Trendwatch "Fake News – Risiken und Handlungsbedarf für Gesellschaft, Unternehmen und Wirtschaftsprüfer" kann auf der Website des IDW heruntergeladen werden.
(IDW / STB Web)