28.05.2021 | Destatis

588.000 Überschuldete nahmen 2020 Hilfe in Anspruch

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben im vergangenen Jahr 588.000 Personen aufgrund von finanziellen Problemen die Hilfe von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Anspruch genommen. 2019 lag dieser Wert bei etwas über 582.000 Personen.

Im Jahr 2020 stellte Arbeitslosigkeit für fast jede fünfte überschuldete Person (19,7 Prozent), die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchte, den Hauptauslöser der Überschuldung dar. Als zweithäufigster Grund der Überschuldung wurden Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 16,5 Prozent genannt.

Arbeitslosigkeit häufigster Auslöser für Überschuldung

Bei 43,4 Prozent der beratenen Personen lag Arbeitslosigkeit vor – unabhängig davon, ob diese als Hauptauslöser genannt wurde oder nicht. Der übrige Anteil war entweder abhängig erwerbstätig (35,3 Prozent), selbstständig tätig (1,1 Prozent) oder anderweitig nicht erwerbstätig (20,3 Prozent) zum Beispiel Rentner*innen.

Die durchschnittliche Schuldenlast lag bei 29.230 Euro

Durchschnittlich betrugen die Verbindlichkeiten von überschuldeten Personen 29.230 Euro. Erwerbstätige hatten dabei deutlich höhere Verbindlichkeiten (37.038 Euro) als Arbeitslose (21.069 Euro). Insgesamt waren die Rückstände für überschuldete Personen mit beruflicher Anstellung 26-mal so hoch wie ihr monatliches Einkommen, bei Arbeitslosen lag dieser Faktor der Überschuldungsintensität bei 23.

(Destatis / STB Web)