08.03.2021 | Studie

Rückstau bei Unternehmensinsolvenzen

Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim zeigt, dass die undifferenzierten Finanzhilfen im Zuge der Pandemie zu einem Rückstau an Unternehmensinsolvenzen beigetragen haben. Dieser werde sich früher oder später auflösen, so die Forscher.

Insbesondere sehr kleine, finanziell schwache Unternehmen, die unter normalen wirtschaftlichen Umständen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Weg in die Insolvenz bestritten hätten, wurden ohne die Perspektive einer erfolgversprechenden Sanierung am Leben gehalten, ergibt die Studie des ZWE.

Die Hilfspakete in Milliardenhöhe in Verbindung mit der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht in den Monaten nach dem ersten Lockdown werden nach Ende der Pandemie, oder auch dann, wenn sich deren Ende noch lange hinauszögert, eine Welle an Unternehmensinsolvenzen zur Folge haben, so die Prognose. Daraus resultierten auch negative Konsequenzen für die Gesamtwirtschaft.

Bereits vor der Krise schwach aufgestellt

Normalerweise führten Insolvenzen dazu, dass Mitarbeiter*innen sich auf dem Arbeitsmarkt anderen, effizienter und kreativer arbeitenden Unternehmen zuwendeten und dass Kapital weg von insolventen hin zu wirtschaftlich stabilen Unternehmen fließe, schreiben die Forscher*innen. Dieser Prozess stärke die gesamtwirtschaftliche Produktivität und Innovationskraft und wirke einem Fachkräftemangel bei den stabilen Unternehmen entgegen.

Besonders ausgeprägt ist der Rückstau laut Studie bei den Mikro-Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern; etwa 25.000 Unternehmen seien betroffen. Weiterhin fällt in der empirischen Analyse des Insolvenzrückstaus bei Mikro-Unternehmen auf, dass dieser weitgehend auf Unternehmen zurückzuführen ist, die bereits vor der Corona-Krise finanziell schwach aufgestellt waren.

(ZEW / STB Web)