25.01.2021 | Befragung

Fast jede vierte gemeinnützige Organisation beantragte staatliche Soforthilfen

Im Rahmen mehrerer Befragungen, zuletzt im November 2020, hat die ZiviZ gGmbH ("Zivilgesellschaft in Zahlen") im Stifterverband die Entwicklung gesellschaftlichen Engagements sowie der finanziellen Lage gemeinnütziger Organisationen dokumentiert.

Befragt wurden Führungskräfte von Verbänden, Infrastruktureinrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft. Nur einer von vier Befragten gab im November an, sich zurzeit mit vielen Engagierten einbringen zu können. Zudem geben 17 Prozent der Befragten an, dass es in Vereinen zu pandemiebedingten Kündigungen von Mitgliedschaften kommt. Bei einer Gesamtzahl von ungefähr 600.000 Vereinen in Deutschland könnten demnach rund 100.000 Vereine von pandemiebedingten Mitgliederaustritten betroffen sein. Fast drei von vier Organisationen berichten von sehr hohen Anforderungen an ihre Führungskräfte, die durch die Umstellung von Organisationsstrukturen und -abläufen und zurückgehende Engagiertenzahlen zunehmend überlastet sind.

Viele können die Kriterien nicht erfüllen

Neben rückläufigen Mitgliedschaftsbeiträgen sind auch weitere bewährte Finanzierungsquellen wie Einnahmen durch Veranstaltungen und Verkaufserlöse kaum noch möglich. 82 Prozent der Befragten sprechen von einem teils starken Rückgang selbsterwirtschafteter Mittel, und fast jeder Vierte verzeichnet Verluste bei Mitgliedschaftsbeträgen. Trotzdem haben 78 Prozent aufgrund der aktuellen Lage keinen Antrag auf die vom Staat angebotenen Soforthilfen für gemeinnützige Organisationen gestellt. Jeder Zweite gab an, die Kriterien nicht erfüllen zu können.

Downloads:

Materialien mit den Ergebnissen der Befragung vom November 2020

(Stifterverband / ZiviZ / STB Web)