03.09.2019 | Universität Passau

Studie: Wie Gründende ihr Unternehmen auf Erfolgskurs halten

Gründende sollten sich aus dem Unternehmen zurückziehen, sobald es eine bestimmte Größe erreicht hat? Eine Studie von Forscherinnen aus Passau, Frankfurt und Heilbronn legt einen anderen Schluss nahe.

Das Engagement von Gründerinnen und Gründern hat laut der Studie einen beträchtlichen Einfluss auf die Überlebenschancen der Unternehmen. (Foto: © PeopleImages / GettyImages)

In der Forschung ist es als „Founders‘ Dilemma“ bekannt, als Dilemma der Gründerinnen und Gründer: Wenn ein Startup eine bestimmte Größe erreicht hat, dann sollte sich das Gründungsteam besser aus dem Unternehmen zurückziehen und die Leitung einem professionellen Management überlassen, so die vorherrschende Empfehlung. Allerdings hat sich die Forschung bislang auf die Unternehmensspitze konzentriert. Die Studie zeigt, dass vor allem die forschungsaktiven Gründenden sehr wohl weiter im Unternehmen wirken sollten, allerdings in einem Bereich, der ihrer Kernkompetenz entspricht: Forschung und Entwicklung.

Forschungsaktive Gründerinnen und Gründer

Unternehmen mit forschungsaktiven Gründerinnen und Gründern scheitern seltener. Tatsächlich ist das Risiko zu scheitern in diesen Unternehmen um ein Drittel geringer als in Unternehmen, in denen Gründende nicht mehr forschungsaktiv sind. Risikokapital verstärkt diesen Effekt offenbar noch: Wenn Investorinnen und Investoren in Unternehmen mit forschungsaktiven Gründenden einsteigen, dann führt das zu höherem Wachstum. Häufig erweitern und stärken Investorinnen und Investoren außerdem die Unternehmensspitze, so dass sich die Gründerinnen und Gründer wieder auf ihre Kernkompetenz im Bereich Forschung und Entwicklung konzentrieren können.

Marktlücken erkennen und dafür Lösungen entwickeln

„Die Erfindungsaktivität der Gründerinnen und Gründer ist spezifisch für das Unternehmen, sorgt für Kontinuität, lenkt die optimale Zuteilung der Mittel und stärkt damit die langfristigen Erfolgsaussichten der Unternehmen“, fassen die Autorinnen und Autoren zusammen. Gründerinnen und Gründer haben häufig ab einer bestimmten Wachstumsphase nicht die erforderliche Management-Erfahrung. Sie sollten aber auch nicht aus der Unternehmung aussteigen, sondern weiterhin das tun, was sie am besten können: Marktlücken erkennen und dafür Lösungen entwickeln.

Studie „Founder-Inventors and Their Investors: Spurring Firm Survival and Growth“ von Prof. Dr. Carolin Häussler (Universität Passau) und ihre Koautorinnen Maria Hennicke (Frankfurt School of Finance and Management) sowie Prof. Dr. Elisabeth Müller (German Graduate School of Management and Law, Heilbronn)

(Univ. Passau / STB Web)