27.06.2019 | Altersvorsorge

Studie untersucht Altersvorsorge mit Aktien

Aktien tragen in anderen Ländern wesentlich dazu bei, den Lebensstandard der Menschen im Alter zu sichern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI), die untersucht, was Deutschland von anderen Ländern lernen kann.

Die Altersvorsorge-Studie des DAI zeigt mittels eines internationalen Ländervergleichs, darunter Australien, Großbritannien und Schweden, dass alle untersuchten Länder einen wesentlich höheren Aktienanteil in der Altersvorsorge aufweisen als Deutschland. Festgestellt wurde auch, dass die in Aktien investierten Rentenbeiträge in diesen Ländern jährliche Erträge bis zu zehn Prozent erwirtschaften. Da große Teile der arbeitenden Bevölkerung mehr oder weniger verpflichtend in die Altersvorsorge mit Aktien eingebunden werden, kommen den Menschen diese Erträge im Alter zugute. Deutschlands Renten hingegen hängen besonders stark vom Umlageverfahren ab.

Ansparverfahren mit Opt-Out-Regelung und Standardlösung

"Andere Länder haben uns bereits vorgemacht, wie man mit Aktien die Altersvorsorge zukunftsfest machen kann", betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des DIW. Dabei müsse das Rad in der Altersvorsorge nicht neu erfunden werden.

Prof. Dr. Peter Fettke
Foto: Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, © DAI)

"Die Altersvorsorge in Deutschland muss mit den Instrumenten, die uns der Kapitalmarkt bietet, sinnvoll kombiniert werden. Nur so gelingt es, die Rente unabhängiger von den demographischen Entwicklungen zu machen und gleichzeitig die Deutschen am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen zu beteiligen", unterstreicht Bortenlänger.

Auf Basis der Studienergebnisse schlägt das DAI vor, ein Ansparverfahren auf Aktien (Kapitaldeckung) einzuführen, das unter anderem um eine Opt-Out-Regelung und eine kostengünstige, privatwirtschaftlich organisierte Standardlösung ergänzt wird. Während das Opt-Out sicherstelle, dass die in das Ansparverfahren Einbezogenen dieser Einbeziehung widersprechen könnten, gewährleiste die Standardlösung bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine hohe Akzeptanz des Ansparverfahrens.

Mit Aktien, aber ohne Kapitalgarantien

Um einen hohen Aktienanteil zu gewährleisten, müsse bei der Einführung eines aktienbasierten Ansparverfahrens auf gesetzlich vorgeschriebene Kapitalgarantien wie Beitragsgarantien oder Mindestverzinsungen verzichtet werden; denn Kapitalgarantien würden hohe Kosten verursachen. Altersvorsorgesysteme anderer Länder, die auf Kapitalgarantien verzichten, so die Studie, legen deutlich mehr in Aktien an. Sie würden damit bessere Erträge und höhere Ersparnisse erzielen.

Download der Studie

(DAI / STB Web)