14.08.2018 | Geld & Finanzen

Kryptowährungen nicht massentauglich

Gegenwärtig wäre ein flächendeckender Zahlungsverkehr durch Kryptowährungen mit hohen Risiken und Kosten verbunden. Eine digitale Zentralbankwährung könnte dagegen positive Effekte für das Geld- und Kreditsystem haben. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel in einer Studie für das Europäische Parlament.

Bitcoin & Co. sind noch nicht in der Lage, etablierte Währungen zu ersetzen. (Foto: © Thaut Images - Fotolia.com)

Das Konzept des Bitcoins und ähnlicher Kryptowährungen erzwingt mit steigender Nutzung zunehmend energieintensive Rechenoperationen und führt zu mitunter hohem Zeitbedarf für Transaktionen, sodass über Bitcoins auch nicht ansatzweise das Volumen und die Geschwindigkeit des internationalen Zahlungsverkehrs abgebildet werden könnte, so die Experten. Aus heutiger Sicht sprächen gegen Kryptowährungen als Zahlungsmittel zudem ihre enormen Wertschwankungen. Außerdem sei die Entwicklung und Umsetzung eines Regelwerkes für Kryptowährungen noch nicht abgeschlossen.

Digitales Zentralbankgeld

Als Chance für mehr Stabilität im Finanzsystem und zur Disziplinierung von Geschäftsbanken betrachten die Autoren der Studie dagegen eine digitale Zentralbankwährung, die in ihrer Funktion Bargeld als gesetzlichem Zahlungsmittel gleichgestellt wäre. Damit würden Geschäftsbanken ihr Privileg verlieren, als einzige Institutionen Geld für private Haushalte in Form von Sichteinlagen aufzubewahren, etwa auf einem Girokonto oder in Form von Tagesgeld.

Die Folgen eines solchen Schrittes bezeichnen die Autoren als potenziell disruptiv für das bisherige Bankensystem, er würde Anreize zugunsten eines Vollgeldsystems setzen, insbesondere wenn dies mit einer Lockerung der traditionellen Einlagensicherung einherginge.

(IfW Kiel / STB Web)