20.08.2018 | KMU

Kaum ungesunde Unternehmen im Mittelstand

Im deutschen Mittelstand liegen keine Anzeichen einer sogenannten Zombiefizierung - gemeint ist damit unter anderem eine kritische Schuldentragfähigkeit - vor. Das zeigen Auswertungen auf Basis des KfW-Mittelstandspanels.

Insgesamt gibt es derzeit nur vergleichsweise wenige Unternehmen mit kritischer Schuldentragfähigkeit, vermeldet die KfW: Rund 167.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konnten 2016 ihre Zinsverpflichtungen nicht aus ihren operativen Gewinnen bestreiten. Das entspricht einem Anteil von fünf Prozent an allen KMU. Diese Quote hat sich seit dem Einstieg in die Niedrigzinspolitik kaum verändert (2012: sechs Prozent).

Die Untersuchung von KfW Research zeigt auch: Investitionstätigkeit und Produktivität dieser Unternehmen bewegen sich auf dem Niveau des gesamten Mittelstandes. Damit entsprechen sie nicht den allgemein „Zombie-Unternehmen“ zugeschriebenen Merkmalen. Ausgeprägt ist dagegen die niedrige Profitabilität. Der operative Jahresgewinn lag 2016 im Mittel unter 50 Prozent der zu leistenden Zinsaufwendungen. Diese Unternehmen können daher als finanzschwach bezeichnet werden. Im Durchschnitt des gesamten Mittelstands decken die Erträge dagegen den sechsfachen Zinsbetrag.

Größere Unternehmen öfter betroffen

Große Mittelständler zählen häufiger als kleine KMU zu den finanzschwachen Unternehmen: Rund jeder zehnte große Mittelständler (mehr als 50 Vollzeitäquivalent-Beschäftigte) zählt dazu, während der Anteil bei Kleinstunternehmen (< 5 Vollzeitäquivalent-Beschäftigte) nur bei vier Prozent liegt. Ein möglicher Grund für diesen Unterschied ist, dass vor allem größere Mittelständler das zuletzt günstige Finanzierungsumfeld nutzten und höhere Kreditvolumina aufgenommen haben.

(KfW / STB Web)