24.01.2018 | Mittelstand

Generationenwechsel im Mittelstand: Bis 2019 werden 240.000 Nachfolger gesucht

Aktuell sind rund 40 Prozent der Inhaber und Inhaberinnen mittelständischer Betriebe älter als 55 Jahre, für sie stellt sich in absehbarer Zeit die Frage nach dem Renteneintritt und damit auch die nach dem Fortbestand ihres Unternehmens.

Für 100.000 Inhaber/-innen wird die Zeit knapp, da eine Nachfolge entweder noch nicht gefunden wurde – oder noch gar nicht mit der Suche begonnen wurde. (Foto: © pictworks - Fotolia.com)

Eine aktuelle Untersuchung von KfW Research zeigt: In den kommenden zwei Jahren planen die Chefs und Chefinnen von 236.000 kleinen und mittleren Firmen, ihr Unternehmen an einen Nachfolger bzw. Nachfolgerin zu übergeben. Bei 100.000 ist die Nachfolge noch unklar. Die Bedeutung dieser Unternehmen ist beachtlich, hängen doch die Arbeitsplätze von rd. 2 Millionen Erwerbstätigen und etwa 89.000 Auszubildenden vom Gelingen der Nachfolge ab.

236.000 Firmen wollen bis Ende 2019 Nachfolge regeln, bis 2022 noch einmal 275.000

Bis 2022 wollen noch einmal 275.000 Seniorchefs und -chefinnen ihren Betrieb übergeben. Bevorzugt wird quer durch alle Branchen- und Größenklassen die Übergabe innerhalb der Familie (54 Prozent). Externe Käufer können sich 42 Prozent vorstellen, eine Person aus der Belegschaft oder dem Miteigentümerkreis wird deutlich seltener für die Nachfolge in Betracht gezogen (25 bzw. 27 Prozent).

Weitere 331.000 Betriebe planen binnen 5 Jahren die Stilllegung

Manche wollen ihren Betrieb allerdings auch stilllegen. Aktuell planen die Inhaber und Inhaberinnen von 331.000 noch aktiven mittelständischen Unternehmen binnen fünf Jahren die Geschäftsaufgabe. Bei diesen Firmen sind 1,63 Mio. Menschen beschäftigt. Bei der Frage "Nachfolge oder Stilllegung" zeigt sich eine klare Größenabhängigkeit. Für größere Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern scheint eine Geschäftsaufgabe kaum eine Option zu sein, nur 5 Prozent ziehen dies in Betracht. Bei den Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Beschäftigten liegt der Wert um das Achtfache höher bei 41 Prozent.

Geklärte Nachfolge stimuliert Investitionen

Wie die Analyse von KfW Research weiter zeigt, beeinflusst ein zeitnah anstehender Generationenwechsel in der Inhaberschaft, gepaart mit einem hohen Alter des Unternehmers, erheblich die Investitionsbereitschaft. Ist die Nachfolge unklar, dann bleiben vermehrt Investitionen aus. Umgekehrt stärkt eine geklärte Nachfolge die Investitionsbereitschaft auch bei hohem Inhaberalter. Am stärksten ausgeprägt ist die Wirkung bei kurzfristig anstehenden Nachfolgen binnen zwei Jahren: Wenn die Nachfolge gesichert ist, dann löst dies ein durchschnittliches Investitionsplus von 40 Prozent im Unternehmen aus.

Die aktuelle Analyse von KfW Research ist abrufbar unter:

Generationenwechsel im deutschen Mittelstand

(KfW / STB Web)

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 24.01.2018, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.