28.06.2017 | Studie

Stiftungen suchen neue Anlageformen

Die anhaltende Niedrigzinsphase setzt deutsche Stiftungen unter Druck. Wie eine aktuelle Befragung des Stiftungspanels des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zeigt, gestaltet sich der reale Kapitalerhalt für viele Stiftungen immer schwieriger.

Gutes anstoßen - das wollen Stiftungen. Gelingen kann ihnen dies nur, wenn sie es schaffen, ihr Kapital zu erhalten. (Foto: © fotogestoeber - Fotolia.com)

Nach Einschätzung der befragten Stiftungen wird es 2017 nur noch knapp zwei Dritteln gelingen, eine Rendite oberhalb der zu Jahresanfang prognostizierten Jahresinflationsrate von 1,5 Prozent zu erwirtschaften. Gerade kleinere Stiftungen und solche, die nach Beginn der Niedrigzinsphase 2009 gegründet wurden, sind davon betroffen. Fast ein Viertel der letztgenannten rechnet mit Renditen unterhalb der zu erwartenden Inflationsrate.

Das gesamte deutsche Stiftungsvermögen (geschätzt 100 Milliarden Euro) sollen neue Anlageformen absichern. Neben ertragsstarken Produkten seien aber auch Anlagen mit positiver gesellschaftlicher Wirkung gefragt, vermeldet der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Schon heute legten über ein Fünftel der befragten Stiftungen Teile ihres Stiftungskapitals entsprechend an, etwa durch Anteile an sozialen Einrichtungen, der Vermietung von Sozialimmobilien oder wirkungsorientierten Finanzmarktprodukten.

Immobilien stehen dabei besonders im Fokus. 37 Prozent der befragten Stiftungen legen derzeit ihr Geld in Immobilien, rund ein Drittel auch in Immobilienfonds an. Die Immobilienanlage kommt allerdings meist nur für kapitalstarke Stiftungen in Frage. Stiftungskapital sei immer auch Wirkungskapital, betont der Verband. Banken, Finanzdienstleister und Vermögensverwalter, aber auch der Gesetzgeber seien aufgefordert, sich auf die veränderten Zeiten und Ansprüche von Stiftungen einzustellen.

(Bundesverband Dt. Stiftungen / STB Web)