28.06.2017 | Studie

Positive Wirtschaftslage sorgt für weniger Insolvenzen

Der Rückgang der Insolvenzen in Deutschland setzte sich im 1. Halbjahr 2017 fort. Dabei verringerte sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen (minus 7,5 Prozent) etwas stärker als die Zahl der Unternehmensinsolvenzen (minus 5,9 Prozent).

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 58.900 Insolvenzen registriert. Das waren 5,1 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Die Auskunftei Creditreform führt diese Entwicklung auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurück. Im Zuge der guten Konjunktur in Deutschland verbessere sich die Ertrags- und Eigenkapitalsituation der Unternehmen. Das führe zu einer höheren Stabilität. Zudem versorge die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wirtschaft mit günstiger Liquidität, so dass es seltener zu Finanzierungsengpässen kommt. Die Verbraucher profitierten von der niedrigen Arbeitslosigkeit und steigenden Realeinkommen und können ihre Verschuldung zurückfahren bzw. erträglich halten.

Leicht gesunken ist auch das Schadensniveau bei den Unternehmensinsolvenzen. Die Insolvenzgläubiger müssen mit Ausfällen von schätzungsweise 13,0 Mrd. Euro rechnen. Im Durchschnitt sind für jeden Insolvenzfall Schäden in Höhe von 1,26 Mio. Euro zu erwarten. Aufgrund der rückläufigen Gründungszahlen in den letzten Jahren gab es erneut weniger Insolvenzen von jungen Unternehmen. Weiter zunehmend sind hingegen di

e Insolvenzen von etablierten Unternehmen mit einem Alter von mehr als zehn Jahren.

Einen kräftigen Rückgang der Insolvenzzahlen verzeichnete das Baugewerbe (minus 9,9 Prozent). Vergleichsweise gering war der Rückgang im Handel (minus 3,9 Prozent). Das Dienstleistungsgewerbe bildete mit 5.810 Insolvenzen bzw. 56,4 Prozent aller Fälle erneut den Schwerpunkt des Insolvenzgeschehens.

(Creditreform / STB Web)