Praxisgebühr in der Diskussion
Artikel vom: 03.12.2009
Medienberichten zufolge wird seitens des Bundesgesundheitsministeriums die Praxisgebühr in Frage gestellt. Bundesärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung begrüßen die Überlegungen und fordern die Abschaffung der Gebühr.
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Bild: iStockphoto.com / sandramo |
Bundesgesundheitsminister Phillip Rösler äußerte gegenüber der Zeitung "Die Welt", er bezweifele, dass die Praxisgebühr die gewünschte Lenkungswirkung habe. Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller hat in einem Zeitungsinterview zur Diskussion gestellt, ob die Praxisgebühr noch sinnvoll ist.
Die Bundesärztekammer begrüßt dies. Die Gebühr habe einen unbeschreiblichen administrativen Aufwand verursacht, dabei jedoch keine der an sie gerichteten Erwartungen erfüllt. Es seien weder die Arztbesuche zurückgegangen, noch seien die Patienten in irgendeiner Weise gelenkt worden.
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung weist darauf hin, dass die Abschaffung der Praxisgebühr gerade im zahnärztlichen Bereich sehr zu begrüßen wäre. In der Zahnmedizin brächten die Versicherten über die Praxisgebühr jährlich mehr als 400 Mio. Euro an Subventionen für die gesetzlichen Krankenkassen auf. Die ursprünglich damit verbundene Absicht, das 'doctor hopping' einzudämmen, laufe aber in der zahnärztlichen Versorgung völlig ins Leere, weil ein 'dentist hopping' ohnehin nie existiert habe. Zudem behindere die Gebühr die Bemühungen zur Verhinderung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten massiv, da sie gerade für sozial Schwache eine Barriere beim Zugang zur Zahnarztpraxis und zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen darstelle.
(BÄK / KZBV / STB Web)
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