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Fragen über Fragen! - Oder: 'Ist mein Fax angekommen?'

Artikel vom: 25.11.2009

Von StBin Cornelia Kisslinger-Popp *


kisslinger-poppIch liebe meinen Beruf. Oft kann ich es selbst kaum glauben, aber ja, ich liebe ihn. Man hat mit vielen interessanten Menschen zu tun, ist anerkannt, bekommt Respekt entgegen gebracht. Zugegeben, manchmal haben wir schwierige Fragen zu klären, aber man wächst ja schließlich mit seinen Aufgaben.

Zu den wesentlichen Fragestellungen, die meine Mandanten mir im Laufe der Jahre gestellt haben gehören folgende:

„Ist mein Fax angekommen?“

Vereinzelte Mandanten trauen hier zwar schon sogenannten Sendeberichten, aber besser ist es doch immer, das im persönlichen Gespräch zu klären.

An zweiter Stelle kommt die Frage:

„Wie ist die Adresse des Finanzamtes?“ oder auch die Variante:

„Auf welche Kontonummer soll ich die Steuernachzahlung überweisen?“

Wie immer ist, wer lesen kann, hier deutlich im Vorteil. Auf der anderen Seite: Ist den Angaben im Steuerbescheid wirklich zu trauen? Gewissenhafte Mandanten verlassen sich hier doch lieber auf ihre Steuerberaterin und suchen den direkten Kontakt zu ihr. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Aber bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, geben Sie nicht der Versuchung nach, hier ihre eigene Kontonummer zu nennen. Ausnahme: es handelt sich um einen Millionenbetrag und der Fluchtweg ist bereits ausgearbeitet.

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Das waren nun beides Beispiele für Fragestellungen der Kategorie: „Eigentlich könnte ich dies auch selbst wissen, aber ich höre so gerne die Stimme meiner Steuerberaterin.“ Oder auch folgende Variante: „Die Monatspauschale ist so hoch, da muss ich unbedingt diesen Monat noch mal was fragen.“

Die zweite Kategorie von Fragestellungen betrifft diejenige, die eigentlich keine Fragen sind. Der Mandant kennt die Antwort schon, aber er möchte doch gerne eine Bestätigung haben.

Immer wieder gerne gestellt wird hier die Frage:

„Soll ich ein neues Auto kaufen?“

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte tappen Sie hier nicht in die Falle und fangen mit langatmigen Ausführungen an, womöglich noch durch die neueste BWA unterlegt.

Die Fragestellung ist falsch formuliert, sie muss lauten:

„Können Sie meinem Gewissen ein Alibi dafür liefern, dass ich das neue 3er Cabrio von BMW kaufen will?“

Und das sind nun wirklich essentielle Lebensfragen. Hier rate ich Ihnen: Kümmern Sie sich ausgiebig um den Mandanten, er braucht Sie jetzt an seiner Seite. Notfalls nehmen Sie sogar die Beschwernis einer Probefahrt Richtung Süden in Kauf.

Abschließend gibt es noch eine Kategorie von Fragestellungen, da weiß der Mandant die Antwort nicht und - um ehrlich zu sein - wir wissen sie zwar, aber wollen sie gar nicht wissen.

„Mein Freund ist Zeitsoldat und wir benötigen für 2009 einen Spezialisten, nachdem der Lohnsteuerhilfeverein im Vergleich mit Kollegen zu wenig herausgeholt hat. Mein Freund war dieses Jahr mehrmals auf Lehrgängen im Ausland, auf Übungen. Hat somit viele unterschiedliche Anfahrtswege und so weiter.“

Auch wenn Ihnen das ihr soziales Herz sprengt. Bitte seien Sie bei diesen Fragestellungen sehr präsent. Beantworten Sie sich selbst erst mal die Frage – Erstmandat – ja oder nein. Handelt es sich um ein Erstmandat dann hilft folgende Antwort:

„Das ist tatsächlich eine äußerst komplexe Fragestellung. Wir haben uns damit noch nie befasst und hatten auch noch nie einen derartigen Fall. Wir raten Ihnen, sich hier unbedingt an eine Kanzlei zu wenden, die schon über entsprechende Erfahrungen verfügt und bereits ähnliche Fälle hatte.“

Wenn Sie Glück haben, ist damit die Sache vom Tisch. Wenn Sie allerdings Pech haben, waren Sie so Vertrauen erweckend, dass der Mandant trotzdem zu Ihnen kommt. Dann haben Sie sich – um gleich im Sprachjargon zu bleiben – in eine Sache hineinmanövriert und müssen schauen, wie Sie heil wieder rauskommen. In jedem Fall empfiehlt sich ein Kurs bei der örtlichen Volkshochschule zum Thema:

Wie lerne ich „nein“ zu sagen.

Andererseits kann sich auch ein bereits bestehendes A-Mandat zu einem "Fragestellungs-C-Mandat" entwickeln. Das könnte der Fall sein, wenn z. B. Ihre Mandantin mit florierender Frauenarztpraxis einen neuen Lebenspartner gefunden hat, der - Berufssoldat ist. Da müssen Sie dann ran an die Kartoffeln, da müssen Sie dann wirklich anfangen zu arbeiten. Aber das ist es ja, was uns an unserem Beruf Spaß macht. Dass wir einem Mandanten in einer schwierigen Fragestellung weiterhelfen können, sodass er dann am Ende sagen kann:

„Gut, dass ich diesen Steuerberater habe ………. Wer sonst beantwortet mir Jahr für Jahr die Frage, wann ich meine Steuererklärung abgeben muss.

Herzlich,

Ihre Steuerberaterin

Cornelia Kisslinger-Popp

www.unternehmen-steuerkanzlei.de

 


(STB Web)


Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 25.11.2009, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.

 

07.02.2012

 
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