11.10.2016 | Aktuell

Firmeninsolvenzen auf Tiefststand

Die Insolvenzen von Unternehmen haben zuletzt den niedrigsten Stand seit 1999 erreicht. Gleichzeitg aber hat sich die Höhe der Insolvenschäden verdoppelt, teilt die Auskunftei Bürgel mit.

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland gehen weiter zurück. Im ersten Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 11.035 Fälle. Auf Jahressicht erwartet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel bis zu 22.000 Unternehmensinsolvenzen. Dieser Wert wäre der niedrigste Stand bei den Firmenpleiten seit 1999. Ausschlaggebend für den erneuten Rückgang ist die weiterhin positive konjunkturelle Lage in Deutschland. Hinzu kommen die günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sowie eine gute Infrastruktur und die Qualifikation der Arbeitskräfte. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat auch dafür gesorgt, dass viele Firmen ihr Eigenkapital erhöhen konnten und dadurch resistenter gegen kleinere Unternehmenskrisen geworden sind.

Trotz dieser positiven Lage für die Unternehmen erwartet Bürgel im kommenden Jahr kein weiteres Absinken der Insolvenzen, sondern geht von stagnierenden Firmeninsolvenzzahlen aus. Gestützt wird diese Prognose auch mit dem drastischen Anstieg der Insolvenzschäden, die im ersten Halbjahr bei circa 16,5 Milliarden Euro lagen und damit rund doppelt so hoch waren wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Steigende Schäden bei gleichzeitig sinkenden Zahlen sind ein Indikator für das Auftreten von Insolvenzen großer Unternehmen. Dies vergrößere die Gefahr von Anschlussinsolvenzen und Dominoeffekten, wenn zum Beispiel Lieferanten oder Kunden der betroffenen Unternehmen mit in den Insolvenzstrudel gerissen werden, so die Experten. Die durchschnittliche Summe der Schäden belief sich von Januar bis Juni auf knapp 1,5 Millionen Euro pro Firmeninsolvenz.

(Bürgel / STB Web)