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26.01.2015 | Wirtschaftliche Entwicklung

Deutsche Wirtschaft investiert Rekordsummen in Innovationen

Während die Erträge mit neuen Produkten stagnieren und die Innovatorenquote gesunken ist, investiert die deutsche Wirtschaft nun kräftig in Innovationen. Vor allem die großen deutschen Konzerne schraubten ihre Innovationsausgaben in die Höhe.

Insgesamt wurden 144,6 Milliarden Euro für die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Prozesse wurden im Jahr 2013 ausgegeben – ein Rekordwert. Auf Großunternehmen entfiel mit mehr als 70 Prozent der Löwenanteil. Laut Planung der Unternehmen sollen die Innovationsbudgets auch 2014 (auf 146,1 Milliarden Euro) und 2015 (auf 148,2 Milliarden Euro) weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle jährliche Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft.

Fahrzeugindustrie als Triebfeder

Verglichen mit dem Jahr 2012 sollen die geplanten Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft bis 2015 um insgesamt 10,8 Milliarden Euro ansteigen. Der größte Teil dieses Zuwachses entfällt mit 7,3 Milliarden Euro auf das Jahr 2013. Für 2014 ist ein Anstieg von 1,5 Milliarden Euro, für 2015 von rund zwei Milliarden Euro vorgesehen. Triebfeder der Innovationsausgaben ist laut Umfrage allen voran der Fahrzeugbau, wobei die Automobilindustrie allein 5,5 Milliarden Euro stemmt. Steigende Innovationsbudgets zeichnen sich außerdem in der EDV und Telekommunikation ab (2,6 Milliarden Euro mehr im Vergleich zu 2012), in der Chemie- und Pharmaindustrie (1,4 Milliarden Euro mehr) und in der Elektroindustrie (1,1 Milliarden Euro mehr). Geringere Innovationsausgaben planen bis 2015 die technischen sowie die Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen, das Transportgewerbe, die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie sowie die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie.

KMU ziehen sich aus dem Innovationsgeschäft zurück

Den höheren Innovationsausgaben steht allerdings entgegen, dass die Finanzierung von künftigen Innovationsaktivitäten aus Erträgen früherer Innovationen zunehmend schwieriger wird. So belief sich der Anteil der Umsätze mit neuen Produkten am Gesamtumsatz der Unternehmen auf 12,9 Prozent und blieb damit unverändert. Zudem zeigt sich anhand der ZEW-Erhebung, dass sich die Gruppe der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) immer mehr aus dem Innovationsgeschäft zurückzieht. Die Innovatorenquote - also der Anteil der Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen  eingeführt haben - sank 2013 im dritten Jahr in Folge und liegt damit aktuell bei 37,1 Prozent. Im Jahr 2012 lag die Quote noch bei 38,3 Prozent. Für 2014 und 2015 rechnen die Forscher mit einem weiteren Rückgang.

(ZEW / STB Web)

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 26.01.2015, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.