Kranke Herzen schaden der Wirtschaft
Artikel vom: 02.07.2010
Die Studie "Vorhofflimmern" vom IMWF Institut für Management-
und Wirtschaftsforschung kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche
Wirtschaft jährlich rund 370.000 Arbeitsjahre durch
Herz-Kreislauf-Krankheiten verliert. Allein wegen des Vorhofflimmerns -
der häufigsten Herzrhythmusstörung - fielen 2008 pro 100
Krankenkassen-Mitglieder 33 Arbeitstage weg. Zudem entstehen jährlich
Kosten für das Gesundheitssystem von 650 Millionen Euro.
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"Die Gesellschaft unterschätzt die Auswirkungen von
Herz-Kreislauf-Krankheiten massiv. Sie belasten die Volkswirtschaft in
erheblichem Maße", sagt Prof. Dr. med. Bernd Brüggenjürgen, Leiter des
SDK-Stiftungslehrstuhls für Gesundheitsökonomie an der
Steinbeis-Hochschule-Berlin. "Denn zu den Kosten für die Behandlung, für
Krankenhausaufenthalte sowie ausgefallene Arbeitstage kommen die
Aufwendungen für Folgeerkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall oder
Herzinfarkt".
Die Ausgaben für die Behandlung dieser Krankheit werden auch in
den kommenden Jahren weiter steigen, davon sind sechs von sieben
befragten Fach- und Führungskräften aus dem Gesundheitswesen überzeugt.
Denn mit zunehmender Lebenserwartung steigt auch die Zahl der
Erkrankungen. Bei etwa 25 Prozent aller über 40-Jährigen wird im
weiteren Lebensverlauf Vorhofflimmern auftreten.
Bessere Therapien verringern Kosten
Die Krankheit wirkungsvoller zu therapieren und dabei die Kosten
für die Behandlung möglichst stabil zu halten, ist daher das Ziel der
Forschung. Immerhin sind nach Jahren des Stillstands inzwischen neue
Therapien verfügbar, die das Sterberisiko der Patienten senken und auch
die Behandlungskosten verringern, indem beispielsweise die Zahl der
Krankenhauseinweisungen reduziert wird.
Zusätzlich lassen sich in der Behandlung von Vorhofflimmern
Erfolge verzeichnen, indem Experten künftig besser über diese Krankheit
informiert werden. Denn selbst die Fach- und Führungskräfte im
Gesundheitswesen zeigen teilweise deutliche Wissenslücken über
Vorhofflimmern, wie die Studie zeigt, die im November und Dezember 2009
insgesamt 250 Fach- und Führungskräfte aus der Gesundheitswirtschaft zum
Thema Vorhofflimmern befragte.
So ist beispielsweise drei von zehn Befragten nicht bekannt,
dass ein Schlaganfall unter anderem auch eine Folge von Vorhofflimmern
ist. Und 40 Prozent fehlt das Wissen über Medikamente zur Hemmung der
Blutgerinnung bei der Therapie von Vorhofflimmern. Über die
Katheterablation weiß fast jeder zweite Befragte nicht Bescheid.
Gleichzeitig sollte auch die Bevölkerung intensiver über
Vorhofflimmern aufgeklärt werden. 44 Prozent der Bundesbürger fehlt
grundlegendes Wissen über diese Krankheit, nur jeder Zehnte gilt als gut
informiert.
(IMWF / STB Web)
Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt
vom 02.07.2010, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten
(Rechts-) Stand entsprechen.
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