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Kolumne: Nur eine Einkommensteuererklärung ...

Artikel vom: 26.05.2010

Von StBin Cornelia Kisslinger-Popp, München


kisslinger-popp Es war einmal, vor gar noch nicht so langer Zeit, da lebte ein Steuerberater. Der hatte viele gute Kunden. Und das war kein Zufall, denn der Steuerberater wollte der Beste werden, seine Kanzlei sollte die erste Adresse am Ort sein.

Eines Tages, da läutete das Telefon in der Kanzlei des Steuerberaters. "Hallo", sagte die Sekretärin des Steuerberaters, die ihm immer alle Anrufe abnahm. Nur die wichtigen Kunden hatten eine Durchwahlnummer, denn der Steuerberater sollte Zeit für seine eigentliche Arbeit haben.

Da meldete sich ein neuer Kunde am Telefon.

"Liebe Sekretärin, sagte der neue Kunde, "ich bin neu in Ihrem Land und bin am örtlichen Krankenhaus angestellt. Ich bräuchte Ihren Rat, wie ich mich steuerlich richtig verhalte."

"Hmmh", antwortete da die Sekretärin, "wir haben schon so viele Kunden, ich weiß nicht, ob wir Sie noch aufnehmen können".

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Die Sekretärin ging zu dem Steuerberater und erzählte ihm von dem neuen Kunden. Der Steuerberater schüttelte den Kopf. Schon wieder ein neuer Kunde, der nur eine Einkommensteuererklärung zu erstellen hatte, einer bei dem man die ganzen Aufwendungen mühsam zusammentragen musste, der aber doch wieder alles besser wusste. Einer, der am Ende auch noch über die Rechnung meckern würde. Er war es leid. Dieses Mal würde er sich nicht hinreißen lassen, einen solchen Fall zu übernehmen.

Am Abend ging der Steuerberater nach Hause zu seiner Familie. Seine Kinder saßen vor dem Fernseher und stritten sich wie immer um die Fernbedienung. Und wie immer setzte sich seine Frau zu ihm an den Tisch zum Abendessen. Das war der schönste Zeitpunkt des Tages, wenn sie sich von ihrem Tag erzählten, seine Frau lächelnd zu ihm hinüber blickte und er ein wenig stolz auf sich war. Da hatte er immer das wohlige Gefühl, dass seine Arbeit Sinn machte.

"Lieber Mann", sagte da die Ehefrau des Steuerberaters. "Heute ist in die Klasse unseres Jüngsten ein neuer Schüler aufgenommen worden. Stell dir vor, er ist Afrikaner, und sein Vater ist ein berühmter Arzt aus Uganda. Er wird die Leitung der neuen medizinischen Forschungsstation am Klinikum übernehmen, die nächste Woche eröffnet wird. Die Zeitungen berichten schon die ganze Zeit darüber."

"Ach, das ist ja interessant", erwiderte da der Steuerberater.

Am nächsten Morgen ging der Steuerberater wie jeden Morgen zur Arbeit in seine Kanzlei. Als er am Platz seiner Sekretärin vorbeikam, rief er ihr nur kurz zu: "Haben Sie noch die Telefonnummer von dem Anrufer von gestern? Melden Sie sich doch bitte bei ihm und sagen Sie ihm, wir heißen ihn ganz herzlich als neuen Kunden in unserer Kanzlei willkommen. Vermutlich ist das wieder ein Fall, von dem wir jede Menge lernen können." ... Und dann verschwand er wie immer hinter seinen Schreibtisch.


Ihre
Cornelia Kisslinger-Popp
www.unternehmen-steuerkanzlei.de
www.steuerberater-kisslinger-popp.de



(STB Web)



Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 26.05.2010, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.

 

08.02.2012

 
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