Gründungsfinanzierung: Sauber kalkulierter Businessplan auch 2010 unerlässlich
Artikel vom: 07.01.2010
Die Industrie- und Handelskammern rechnen für die nächsten Monate mit mehr Existenzgründungen. Allerdings stehen Gründer seit der Krise vor besonderen Finanzierungsherausforderungen: Sie müssen mit strengeren Kreditkonditionen rechnen - zudem haben sie keine Geschäftshistorie, welche Kreditinstitute bei der Einschätzung des Kreditantrages berücksichtigen könnten. Hinzu kommt: Fast 40 % der Gründer machen sich zu wenig Gedanken über die Finanzierung. Zum Start des Jahres unter dem IHK-Motto "Stark in den Aufschwung" ruft der DIHK dazu auf, gute Ideen nicht an mangelnder Startfinanzierung oder schlechter Vorbereitung scheitern zu lassen.
Ansprechpartner Nr. 1: die HausbankFür 69 % der Existenzgründer sind Banken und Sparkassen erste Ansprechpartner in Sachen Finanzierung, so das Ergebnis einer aktuellen IHK-Befragung von 1.100 Gründern. 42 % sprechen mit Familienmitgliedern oder Freunden über finanzielle Gründungshilfe, 18 % mit Business-Angels. Die Finanzierung über Beteiligungsgesellschaften ist nur für 2 % ein Thema. Dies zeigt, dass Deutschland noch keine ausgeprägte Kultur der Beteiligungsfinanzierung (Wagniskapital) besitzt, anders als etwa in die USA oder Großbritannien.
Sicherheiten besonders für Gründer großes Problem77 % der Existenzgründer mit Finanzierungsschwierigkeiten geben Anforderungen an Sicherheiten als Kredithürde an. Zum Vergleich: Bezogen auf sämtliche Unternehmen liegt die entsprechende Quote lediglich bei 60 %. Grund: Etablierte Unternehmen können zumeist schon Sicherheiten in Form von Gebäuden oder Maschinen vorweisen. Und: Drei Viertel der Existenzgründer mit Finanzierungsproblemen haben Schwierigkeiten, den eingeforderten eigenen Finanzierungsanteil einzubringen. Unter allen Unternehmen trifft das nur auf ein Viertel zu.
Existenzgründungen sorgen mit neuen Ideen und Innovationen aber für Wachstum und Wohlstand, mahnt der DIHK. Damit die Finanzierung neuer Ideen gelingt, müsse Folgendes geschehen:
- Gründer nicht mit "Branchenmalus" belegen. Gute Geschäftsideen zeichneten sich dadurch aus, dass sie sich gegenüber der Konkurrenz behaupten. Eine starke Orientierung an allgemeinen Branchenkennziffern berge die Gefahr, dass Ideen mit Erfolgspotenzial an der Startfinanzierung scheitern. Hauptkriterien für die Finanzierungsentscheidung sollten laut DIHK die individuellen Geschäftsaussichten und die Gründerpersönlichkeit sein.
- Beteiligungskapitalmarkt beleben. Bei der derzeitigen Gesetzeslage könne sich ein ausländischer Investor nicht sicher sein, ob seine in Deutschland erzielten Beteiligungsgewinne nicht im Heimatland und zusätzlich auch noch durch den deutschen Fiskus besteuert werden. Dies würde potenzielle Investoren verunsichern. Anderswo sei die Steuerneutralität klar geregelt. In Frankreich bspw. sei der Markt für Beteiligungskapital inzwischen recht rege.
- Gründlich vorbereiten. Unerlässlich für das Bankgespräch ist auch laut DIHK nach wie vor ein sauber kalkulierter Businessplan, mit dem GründerInnen potenziellen Finanzpartnern und auch sich selber die Chancen und Risiken ihres Vorhabens vor Augen führt, sowie sicheres und kompetentes Auftreten: Wer Zweifel am eigenen Vorhaben zulasse, werde die Bank nicht überzeugen.
(DIHK / STB Web)
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