Disability Management: Demografische Entwicklung schafft Berufschance für Mediziner und Therapeuten
Artikel vom: 07.09.2009
Für Ärzte, Therapeuten, medizinische Fachangestellte und Kliniken
entstehen neue Betätigungsfelder – auch im Umfeld von Unternehmen. Dazu
gehört das Disability Management, bei dem es um die Wiedereingliederung
von Mitarbeitern bei einer Krankheit oder nach einem Unfall geht.
Disability Manager helfen mit ihrer Beratung, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten. Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte stellt fest, dass sich vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ein neuer "Beratungsmarkt mit großer Dynamik" entwickelt habe.
Interessant ist die Weiterbildung zum Disability Manager zum Beispiel für Betriebs- und Werksärzte, für Ärzte der Allgemein- und Inneren Medizin, der Orthopädie, Kardiologie, der Physikalischen Medizin und Rehabilitation, Hygiene- und Umweltmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, der Psychosomatischen Medizin sowie der Sportmedizin. Dies teilt die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) als Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand mit. Auch Angehörige therapeutischer Berufe wie Physio-, Ergo- und Psychotherapeuten sowie Heilpraktiker kämen als Disability Manager infrage. In der Weiterbildung ergänzten die Ärzte und Therapeuten ihr medizinisches Wissen vor allem um rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte sowie um Kenntnisse über das Management von Gesundheitsschäden und die Leistungen der Sozialversicherung, informiert die DGUV als Anbieter der Weiterbildung.
Auch für Kliniken interessantDisability Management sei auch eine Option für stationäre und ambulante medizinische Einrichtungen. Krankenhäuser mit Reha-Abteilung, Reha-Kliniken und ambulante Reha-Dienste etwa könnten mit hauseigenen Disability Managern eine lückenlose Rehabilitationskette anbieten, die möglichst früh im Betrieb einsetze.
Unterhalb der Stufe des Disability Managers gibt es auch für medizinische Assistenzberufe die Möglichkeit, sich im Disability Management weiterzubilden: der Certified Return-to-Work Coordinator. Die entsprechende Weiterbildung ist kürzer als als die zum Disability Manager und geht medizinisch nicht so sehr in die Tiefe.
Unternehmen müssen Mitarbeiter halten
Zum Hintergrund: Innerhalb der nächsten vier Jahrzehnte werde sich die arbeitende Bevölkerung aufgrund des demografischen Wandels um rund zehn Millionen Menschen reduzieren. Die Zahl der Erwerbstätigen werde 2050 um ein Fünftel geringer sein als heute, so die DGUV. Vor dem Hintergrund dieses Szenarios könne es sich die Wirtschaft immer weniger erlauben, Beschäftigte vorzeitig in den Ruhestand zu entlassen. Wenn nicht genügend beruflicher Nachwuchs nachrücke, müssten sich Unternehmen bemühen, ihre langjährigen und älteren Mitarbeiter zu halten. Um auch den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden und zum Beispiel Frühverrentung zu vermeiden, brauchen die Unternehmen Experten, die sich in medizinischen, arbeits- und versorgungsrechtlichen Fragen gut auskennen.
Weitere Informationen und Details zu den Weiterbildungen auf:
www.disability-manager.de.
(DGUV / STB Web)
Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt
vom 07.09.2009, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten
(Rechts-) Stand entsprechen.
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