Die Deutschen sprechen nicht gern über ihre Finanzen und haben Verständnisprobleme in der Beratung
Artikel vom: 30.03.2009
(STB Web) Über Arbeit, Politik oder Beziehungen reden die Deutschen häufig - aber
kaum über Geld. Gerade einmal vier Prozent der Bevölkerung sprechen mit
Freunden oder Kollegen über ihre Finanzen.
Damit ist Geld weitaus
seltener Gesprächsthema als etwa die Arbeit (46 Prozent) oder
politische Überzeugungen (20 Prozent). Das geht aus der
comdirect bank Studie "Kunden-Motive 2009" hervor. Für die repräsentative Untersuchung hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.060 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.
Die Studie zeigt auch Potential in
der Beratung auf: Viele haben Verständnisprobleme und Hemmungen, wenn es um Finanzen
und Geldthemen geht.
Nur gut die Hälfte der Bevölkerung (52 Prozent) schätzt ihre Finanzkenntnisse als sehr gut oder eher gut ein. Mehr als ein Viertel der Deutschen muss sogar bei wirtschaftlichen Grundbegriffen passen, die Bedeutung der Begriffe Rezession (29 Prozent) oder Inflation (26 Prozent) ist vielen unbekannt.

So hatten denn auch fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) schon einmal Probleme, in einem Gespräch mit einem Finanzberater alles zu verstehen - und knapp jeder Dritte davon (29 Prozent) traute sich nicht, gezielt nachzufragen.
"Unsere Studie zeigt deutlich: Wir müssen mehr über Geld und Altersvorsorge reden - und zwar schon im Elternhaus, in der Schule, in der Ausbildung. Es kann nicht sein, dass ein großer Teil der Deutschen keine Ahnung hat von fundamentalen wirtschaftlichen Zusammenhängen und ihrer eigenen finanziellen Zukunft", sagt
Michael Mandel, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank.
Offen über Geld sprechen die Deutschen meist nur mit engen Vertrauten, dabei genießt der Lebenspartner auch das höchste Vertrauen bei Finanzfragen (90 Prozent). Professionellen Finanzberatern hingegen vertraut nur jeder Zweite (52 Prozent).
Die comdirect Studie gibt auch Antworten auf die Frage, wie die Deutschen mit den Folgen der Finanzkrise umgehen: Zwar sind etliche der Befragten verärgert (51 Prozent) oder verunsichert (38 Prozent), und fast drei Viertel (71 Prozent) haben zumindest teilweise das Vertrauen in das Wirtschafts- und Finanzsystem verloren. Aber nur jeder Fünfte (21 Prozent) gibt an, Konsequenzen gezogen zu haben - die meisten davon sind sparsamer (32 Prozent) oder vorsichtiger (28 Prozent) geworden.
Die komplette Studie steht zum Download bereit unter:
www.comdirect.de/studie
Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt
vom 30.03.2009, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten
(Rechts-) Stand entsprechen.
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