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Heute ist 'Equal Pay Day': Ist Ihre Arbeit gleich viel wert?

Artikel vom: 20.03.2009

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(STB Web) Frauen bekommen in Deutschland noch immer insgesamt durchschnittlich fast 25 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. In manchen Branchen - so auch in der Steuerberatung - klaffen die Gehälter von Männern und Frauen in gleichen Berufen noch viel deutlicher auseinander.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung 2008
Damit führt Deutschland mit einigen wenigen anderen europäischen Ländern eine traurige Statistik an. In kaum einem anderen Industrieland ist die Lohn- und Gehaltslücke größer.

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, wurde der Equal Pay Day eingeführt, der in diesem Jahr auf den 20. März fällt. Bis zu diesem Tag müssen Frauen das vergangene Arbeitsjahr verlängern, um das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes zu erreichen.


Wer die Verdienstungleichheit reduzieren will, muss die Babypause verkürzen


Der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern liegt nach Untersuchungen weniger an direkter Diskriminierung. Neben der noch immer besseren Qualifikation und der längeren Arbeitszeit vieler Männer zählen Babypausen zu den wichtigsten Ursachen für den Verdienstunterschied. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt: Frauen, die ihrem Job länger als drei Jahre den Rücken kehren, haben 14 Prozent weniger auf dem Lohnzettel als Männer mit gleicher Arbeitszeit und Qualifikation.

Bleibt eine Frau dem Arbeitsmarkt hingegen weniger als ein Jahr fern, reduziert sich die Lohnlücke auf nur noch 6 Prozent. Wer eine längere Auszeit nimmt, kehrt zudem seltener auf eine Vollzeitstelle zurück. Vielen Müttern ist es nicht möglich, kurz nach der Geburt wieder voll ins Berufsleben einzusteigen. Um dies zu ändern, müsse die Kinderbetreuung ausgebaut werden, so die Wirtschaftsforscher. Wenn es gelänge, mehr Mütter in Vollzeitstellen zu bringen, könnte zudem der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigen. Diese sind oft nur mit einer hohen Arbeitsstundenzahl zu bewältigen.


Ursache sind gesellschafliche Strukturen

Zu diesem Ergebnis gelangt auch eine Studie, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gemeinsam mit der Universität Konstanz durchgeführt hat. Die Analyse legt auch hier offen: Unterm Strich beruht die geringere Entlohnung von Frauen weniger auf finanzieller Ungleichbehandlung im Einzelfall, sondern vor allem auf gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen seltener als Männer in gut bezahlte Jobs gelangen lassen.


In jeder fünften Familie sind Frauen mittlerweile die Haupternährerinnen

Die unterschiedliche Berufswahl von Frauen und Männern spielt dabei eine Rolle – aber eine geringere, als häufig angenommen wird. Aus der Studie geht hervor, dass selbst innerhalb des gleichen Berufs Frauen rund 21 Prozent weniger als Männer verdienen. Wenn Personen mit gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter im gleichen Betrieb verglichen werden, beträgt der Lohnunterschied laut IAB-Berechnungen immer noch 12 Prozent.

"Inakzeptabel" findet das auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. "Denn Frauen sind längst genauso gut ausgebildet und aus dem Arbeitleben nicht mehr wegzudenken. Viele Familien sind auf das Einkommen der Frauen angewiesen. Mittlerweile sind in jeder fünften Familie Frauen die Haupternährerinnen." so die Ministerin weiter.


Selbsttest für Unternehmen auf Excel-Basis

Fortschritte seien nur zu erzielen, wenn alle an einem Strang ziehen: Politik, Unternehmen und Sozialpartner. Deswegen bietet das Familienministerium der Wirtschaft "Logib-D" an, ein Programm auf Excel-Basis, mit dem Unternehmen untersuchen können, ob sie unterschiedliche Löhne für gleiche Arbeit zahlen.

"Mit Logib-D gehen wir jedoch auf die Wirtschaft zu und halten ihr den Spiegel vor. Ich freue mich, dass mit Microsoft Deutschland, dem Krankenhausbetreiber Marienhaus GmbH, dem Arzneimittelhersteller Weleda und der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover vier ganz unterschiedliche Partner gleich von Anfang an mit im Boot sind. Sie werden Logib-D bei sich einsetzen und bauen damit auch anderen Unternehmen eine Brücke, aktiv daran zu arbeiten, dass sich die Lohnschere zwischen Männern und Frauen schließt", so die Bundesministerin.

Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie hier.


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Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 20.03.2009, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.

 

08.02.2012

 
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