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Wirtschaftslage Handwerk: Gedämpfte Stimmung bei (noch) robuster Lage

Artikel vom: 12.03.2009

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(STB Web) Nach einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform unter 3.000 Handwerksbetrieben befindet sich das deutsche Handwerk zwar im Sog des konjunkturellen Abwärtstrends, jedoch stellt sich die wirtschaftliche Lage im langjährigen Vergleich noch robust dar.

Die Einschätzung zur Geschäftslage hat sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings eingetrübt. Nur noch jeder dritte (31,6 Prozent) befragte Handwerker bewertet seine Geschäftslage positiv. Im Jahr 2008 waren es noch 40,8 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Betriebe, die von einer mangelhaften bis ungenügenden Geschäftslage sprechen, von 8,8 auf aktuell 14,1 Prozent gestiegen – ein Zuwachs von 5,3 Prozentpunkten.

Stabil geblieben ist die Einschätzung einer befriedigenden oder ausreichenden Geschäftslage: Davon spricht immer noch jeder Zweite (53,6 Prozent, Vorjahr: 49,8 Prozent). Am schlechtesten fällt der Geschäftsklima-Saldo im Bauhandwerk aus. Am besten ist die Stimmung bei den personenbezogenen Dienstleistungen.


Jeder Fünfte plant Entlassungen

Trotz eines leichten Abbaus zeigt sich laut Creditreform auch die Beschäftigungslage des Handwerks robust. Die wichtigste Nachricht im Bereich Personalplanung: Fast drei Viertel der befragten Handwerksbetriebe (69,1 Prozent) möchten ihren Personalbestand in diesem Jahr unverändert lassen. 20,4 Prozent planen, in diesem Jahr Entlassungen vorzunehmen. 2008 waren das noch 10,3 Prozent.

Das Zahlungsverhalten der Kunden im Handwerk hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Aber immerhin 40,4 Prozent der Befragten bewerten das Zahlungsverhalten ihrer Kunden mit gut oder sehr gut und über die Hälfte der Unternehmen (53,4 Prozent) mit befriedigend und ausreichend (2008: 52,5 Prozent). Über ein mangelhaftes Zahlungsverhalten klagen lediglich sechs Prozent.


Zahl der Insolvenzen leicht gestiegen

Die Zahl der Insolvenzen im deutschen Handwerk ist von 6.200 (2007) auf 6.350 (2008) leicht gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs um 2,4 Prozent. Mit ein Grund: Die Zahl der Bauunternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, hat sich im vergangenen Jahr von 5.330 auf 5.440 erhöht. Und da ein Großteil der Handwerksunternehmen der Baubranche zuzurechnen ist, hat sich im Sog dieser Entwicklung auch die Zahl der Insolvenzen im Handwerk erhöht.

Die unterdurchschnittliche Ausstattung mit Eigenkapital ist ein Hauptproblem der kleinen und mittleren Unternehmen. Über eine robuste Eigenkapitalquote von 30 Prozent und mehr verfügt nach Angaben von Creditreform nur jeder fünfte (18,5 Prozent) Handwerksbetrieb. Im Jahr zuvor waren es 16,8 Prozent. Das entspreche zwar einer leichten Verbesserung, der Großteil der Betriebe (33,3 Prozent) bleibe jedoch mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von weniger als zehn Prozent unterkapitalisiert.


Konjunkturpaket II: Neue Abschreibungsregeln vorteilhaft

Da das zweite Konjunkturpaket zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht verabschiedet war, konnte es in der Befragung nur in Aussicht gestellt werden. Drei Viertel der Betriebe (76,1 Prozent) rechnen allerdings nicht damit, dass die Maßnahmen die Rezession verhindern könnten.

Als besonders vorteilhafte Maßnahmen beurteilen 23,6 Prozent der Befragten die neuen Regeln zur degressiven Abschreibung und Sonderabschreibungen. Insbesondere die bessere Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen stoßen bei 21,8 Prozent der Betriebe auf offenes Gehör. Das CO2-Programm zur Gebäudesanierung – es soll von 1,4 auf 2,5 Milliarden Euro aufgestockt und die Zinsen verbilligt werden – beurteilen mit 20 Prozent insbesondere die Betriebe aus dem Ausbauhandwerk erwartungsgemäß positiv.

Ein Blick auf die Investitionsbereitschaft im Handwerk zeigt: Immer noch jeder Zweite (48,2 Prozent) ist bereit, in diesem Jahr Investitionen durchzuführen.

Die Untersuchung sowie die Pressemitteilung von Creditreform können auf der Website des Verbands heruntergeladen werden.

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 12.03.2009, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.

 

30.07.2010

 
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