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Kolumne: Der Mandant, das unbekannte Wesen

Artikel vom: 20.02.2008

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Von StB Cornelia Kisslinger-Popp, München *


Nun bin ich schon so viele Jahre als Steuerberaterin tätig, habe vom einfachen kleinen Angestellten bis hin zu großen Betrieben alle Arten von Klienten betreut, dennoch hat es so lange gedauert, bis ich endlich das Ei des Kolumbus oder vielmehr den Satz des Pythagoras für Steuerberater entdeckte.


Die Situation war folgende:

Ein gutaussehender, freundlicher Kunde, definitiv ein Sympathieträger, betritt die Kanzlei :
  • Termin 1: wir sprechen mal so allgemein über Steuererklärungspflichten.

  • Termin 2: Der Kunde hat nun schon einige Unterlagen dabei, die restlichen kommen per Post.

  • Ausführlichste Telefonate folgen - circa 10 an der Zahl; Zeitdruck entsteht.

  • Termin 3: Übergabe der Steuerklärung puh – geschafft.

  • Da hätte ich doch noch eine Frage Ausführliche Telefonate folgen circa 3 in Folge.

  • Änderung der Steuererklärung, dem Mandant ist noch etwas eingefallen. Die Steuererklärung wird verschickt – Gott sei Dank, nicht noch eine Besprechung.

  • Erneutes Telefonat, er hat sich umentschieden, es bleibt alles doch beim Alten, die Steuererklärung ist erneut zu korrigieren – kein Zeitdruck mehr, mir ist jetzt eh alles Wurst.

  • Vorletztes Telefonat, der Kunde hat noch eine Idee, ich schaffe es ihn davon abzubringen …. ich schaue nach, wieviel Bargeld ich im Geldbeutel habe, notfalls zahle ich ihm die Steuerersparnis aus meiner eigenen Tasche – alles wird gut.

  • letztes Telefonat, die Rechnung ist zu hoch, ob denn die Gewerbesteuererklärung notwendig gewesen wäre.
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Ist der Einsatz des Steuerberaters über 100 % und das Honorar gleichzeitig unter dem Durchschnittssatz, hat das einen unzufriedenen Kunden zur Folge.



Wenn ich also jetzt zufriedene Kunden haben will, dann muss ich nur mein Honorar erhöhen, oder aber meinen Einsatz herunterfahren, das hat denselben Effekt. Fragen Sie mich aber bitte nun nicht nach der Logik dieser Formel. Die habe ich bisher noch nicht entdeckt. Ach ja, ich habe das Mandant versucht zu kündigen – freundlich, und um Verständnis bittend. Zwei Tage später – erneut ein Anruf … ich hätte da noch eine Frage – ich bleibe gelassen, ich habe ja jetzt meine Formel.

Cornelia Kisslinger-Popp
steuern at kisslinger-popp.de
Ich freue mich über Rückmeldungen

* Cornelia Kisslinger-Popp ist Steuerberaterin mit Kanzlei in München. Homepage: www.kisslinger-popp.de


Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 20.02.2008, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.

 

08.02.2012

 
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