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Artikel vom: 26.09.2007
Ein sich bedrohlich aufblähender Hamster, der von der eigenen Geschwindigkeit immer weiter vollgepumpt schließlich nicht nur den eigenen Käfig, sondern den gesamten Raum sprengt, und kurz zuvor gerade noch eine Mutation zum Wehrwolf abwenden kann - das ist der Stoff, aus dem die Albträume unserer Kinder sind, das ist kafkaesk und manchmal große Kunst. Das Urteil darüber hängt immer davon ab, was das Bild ausdrücken soll. Das ist, zugegeben, im obigen Fall keine ganz einfache Frage - eine solche Szenerie entzieht sich der schlichten Deutung durch hermeneutisch eingeengte Gemüter.
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| Screenshot von der Website www.hamster-der-film.de |
Dennoch, man sollte nicht die künstlerische Qualität des Filmes, über die sich aus filmwissenschaftlicher Sicht eine ganze Menge sagen ließe, bewerten, sondern zugeben, dass man sich einfach persönlich veralbert fühlt von einem Ministerium, das seine Botschaften anscheinend mit viel Mühe und Budget (220 Tausend Euro) absichtlich missverständlich präsentiert.
Wie sonst wäre es zu erklären, dass man fein verklausuliert, aber dafür vom eigenen Steuergeld bezahlt, erfährt, wie das Finanzministerium einen Appell herausposaunt, den es selbst nicht die Spur gewillt ist einzulösen (Steinbrück wird 2008 noch einmal 13 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen und verspricht für 2011 - also jenseits seines Einflussbereichs - einen ausgeglichenen Haushalt.)? Nur durch die Kunst! Wir setzten also auf den Kunstsinn des Herrn Finanzministers und nehmen den Hamster, als das, was er ungewollt tatsächlich ist - eine Groteske, wohlverstanden im dekonstruktivistischen Sinne, was soviel bedeutet, wie dass der Autor gar nicht weiß, was er mit seinem Produkt so alles über sich und die Welt aussagt.
Die Groteske steigert dann "die Form ins Formlose, das Maßvolle ins Sinnlose bis geradezu Dämonische, das Lächerliche ins Entsetzliche, Monströse". Verwandt wird sie gern in Epochen, "in denen der Glauben an eine heile Welt zerbrochen ist, die Kausalgesetze der natürlichen Welt aufgehoben erscheinen". Gott-sei-Dank - damit können wir doch leben.
Wer sich's noch mal erklären lassen möchte, findet bei YouTube mehr.
Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 26.09.2007, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.
08.02.2012