13.02.2016 | Studie

Homeoffices sind Mangelware

Jeder dritte Arbeitnehmer würde gerne von zu Hause aus arbeiten, aber nur gut jeder Zehnte tut es. Der Grund dafür liegt in der mangelnden Flexibilität der Arbeitgeber.

Unbezahlt länger und extrem motiviert arbeiten Angestellte im Homeoffice. (Foto: © sp4764 - Fotolia.com)

In Deutschland arbeiten nur zwölf Prozent aller abhängig Beschäftigten überwiegend oder teilweise von zu Hause aus, obwohl bei viel mehr Arbeitsplätzen nach eigener Einschätzung der Beschäftigten keine dauernde betriebliche Präsenz erforderlich ist. Viel mehr Beschäftigte würden gerne  – zumindest gelegentlich – im sogenannten Home Office arbeiten, in den meisten Fällen scheitert der Wunsch jedoch an den Arbeitgebern. Würden diese umdenken, so könnte der Anteil der Heimarbeiter auf 30 Prozent steigen. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Dienstleistungsbereich und Großunternehmen führend

Heimarbeit ist vor allem in einigen Dienstleistungsbereichen und bei Großunternehmen verbreitet. Dies gilt allerdings nicht für Banken und Versicherungen sowie den öffentlichen Dienst, wo Heimarbeit nach Einschätzung der Arbeitnehmer häufig durchaus möglich, aber dennoch wenig verbreitet ist. Grundsätzlich sind Tätigkeiten, die eine höhere berufliche Qualifikation erfordern, der Befragung zufolge besser für Heimarbeit geeignet als Arbeitsplätze, die nur eine mittlere oder einfache berufliche Qualifikation erfordern.

Heimarbeiter sind zufriedener

Unabhängig von der getroffenen Arbeitszeitvereinbarung arbeiten Heimarbeiter mit durchschnittlich knapp 46 Wochenstunden vergleichsweise lange. Die meisten Überstunden werden nur teilweise beziehungsweise gar nicht durch Lohn oder Freizeit kompensiert. Trotzdem sind Beschäftigte, die von zu Hause aus arbeiten, mit ihrer Arbeit etwas zufriedener als ihre Kollegen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielt im Übrigen keine entscheidende Rolle bei der Heimarbeit, denn unter Alleinlebenden gibt es genauso viele Heimarbeiter wie unter Alleinerziehenden und sogar noch mehr als unter Familien mit Kindern.

(DIW / STB Web)