07.12.2015 | Studie

Lohn- und Arbeitskosten weiter niedrig

Deutschland rangiert bei den Lohn- und Arbeitskosten für die private Wirtschaft weiterhin im westeuropäischen Mittelfeld – Ende 2014 lag die BRD wie im Vorjahr an achter Stelle unter den EU-Ländern. Der nominale Zuwachs der deutschen Arbeitskosten lag 2014 bei 1,8 Prozent. Das berichtet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

2014 mussten deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft 31,90 Euro pro geleistete Arbeitsstunde aufwenden. Höher liegen die Arbeitskosten in sieben Ländern: In Dänemark, Belgien, Schweden, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Finnland müssen zwischen 42,10 und 33 Euro pro Stunde ausgegeben werden. Geringfügig niedriger als in Deutschland sind die Arbeitskosten in Österreich (31,60 Euro). Der Durchschnitt des Euroraums liegt bei 28,90 Euro.

Etwas darunter folgen Irland, das 2014 Arbeitskosten von 28,40 Euro auswies, und Italien (27,30 Euro). In den übrigen südeuropäischen EU-Staaten betragen sie zwischen 21 Euro (Spanien) und 12,70 Euro (Portugal). Portugal liegt damit hinter dem EU-Beitrittsland Slowenien, wo 15,50 Euro aufgewendet werden müssen. In der Slowakei, der Tschechischen Republik, Polen und Ungarn betragen die Stundenwerte zwischen 10 und 7,90 Euro. Schlusslichter sind Rumänien und Bulgarien mit Arbeitskosten von 4,80 bzw. 3,80 Euro pro Stunde.

Auch bei den für die internationale Wettbewerbsfähigkeit wichtigeren Lohnstückkosten weist Deutschland für den Zeitraum von 2000 bis 2015 weiterhin eine sehr moderate Tendenz auf. Trotz einer etwas stärkeren Steigerung in den vergangenen Jahren sind die deutschen Lohnstückkosten seit Beginn der Währungsunion deutlich schwächer gestiegen als in allen anderen Mitgliedsstaaten des Euroraums.

(Hans-Böckler-Stiftung / STB Web)