28.09.2010 | Finanzgerichtsurteil

Computeraufzeichnungen dürfen handschriftliches Fahrtenbuch ergänzen

Die Finanzämter stellen strenge Anforderungen an Steuerpflichtige, die ein Fahrtenbuch zum Nachweis von Privatfahrten führen. Besonders kritisch werden auf dem Computer geführte Fahrtenbücher gesehen - sie werden in aller Regel nicht als ordnungsmäßig anerkannt, weil eine nachträgliche Veränderung der Aufzeichnungen möglich ist.

Das Finanzgericht sah keine
Möglichkeit der nachträglichen
Manipulation der
Computeraufzeichnungen wegen des
zusätzlich handschriftlich
lückenlos geführten Fahrtenbuchs.
(Foto: pauline / pixelio.de)
Einen im Grenzbereich zwischen handschriftlich und auf dem Computer geführtem Fahrtenbuch liegenden Fall hatte jetzt das Finanzgericht Berlin-Brandenburg zu entscheiden: Der Kläger hatte ein handschriftliches geschlossenes Fahrtenbuch geführt, dort aber jeweils nur Stichpunkte zu den einzelnen Fahrten angegeben. Ausführliche Angaben zu diesen Fahrten fanden sich in einer später per Computer erstellten Liste. Die Finanzverwaltung erkannte das Fahrtenbuch nicht an und ermittelte stattdessen den Nutzungsvorteil des Klägers nach der 1 %-Methode.

Zu Unrecht, wie die Richter des Finanzgerichts urteilten (Urteil vom 14.04.2010, Az 12 K 12047/09). Sie sahen die Möglichkeit der nachträglichen Manipulation der Aufzeichnungen wegen des handschriftlich lückenlos geführten Fahrtenbuches als nicht gegeben an; zudem seien die Angaben des Klägers für die Finanzverwaltung unter Zugrundelegung des Fahrtenbuches und der ergänzenden Liste ohne Weiteres nachprüfbar. Mehr sei für den Nachweis des Umfanges der Privatfahrten nicht zu verlangen.

Das Urteil wurde nun dem Bundesfinanzhof zur Revision vorgelegt (Aktenzeichen des BFH VI R 33/10), sodass dieser bald über die Frage zu entscheiden hat.


(FG Berlin-Brandenburg / STB Web)

Hinweis: Beachten Sie bitte das Datum dieses Artikels. Er stammt vom 28.09.2010, sodass die Inhalte ggf. nicht mehr dem aktuellsten (Rechts-) Stand entsprechen.