Kuss der Muse mit Folgen
Artikel vom: 27.01.2010
Von Daniel Grosse, Marburg
Brotlos ist Kunst längst nicht mehr. Talentierte schaffen sich mit etwas Glück und den richtigen Förderern ihre finanzielle Unabhängigkeit. Auch ein Stipendium hilft – zum Beispiel das einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
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Rüdiger Reinke, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RölfsPartner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft |
"Neben dem gesellschaftlichen Auftrag und der gesellschaftlichen Verantwortung, die aus unserer Sicht jedes Unternehmen hat, geht es uns auch um die Motivation unserer eigenen Mitarbeiter. Aber natürlich auch um ein positives Branding von RölfsPartner in Düsseldorf und der Region", sagt Rüdiger Reinke, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RölfsPartner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dotiert ist das RölfsPartner Stipendium für junge Künstler mit 4.000 Euro. Dreimal im Jahr wird es vergeben.
Alle zwei Jahre wird ein Künstler der Compilation Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf ausgezeichnet. Preiswürdig sind Künstler der Sparten Videokunst, Skulptur und Malerei. Der RölfsPartner Förderpreis für Kunst richtet sich an junge Künstler, die sich im Rahmen der Ausstellungen im KIT - Kunst im Tunnel - präsentieren. Sie haben an der Kunstakademie in Düsseldorf oder einer anderen Kunsthochschule studiert und ihr Abschluss liegt nicht länger als fünf Jahre zurück.
Stipendiaten ausgezeichnet
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Stipendiatin Lucile Desamory: Intrusion |
Eine Jury, die vom Kulturdezernenten der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie einem Vertreter der RölfsPartner Gruppe benannt wird, wählt pro Ausstellung einen, in Ausnahmefällen zwei Künstler, aus. Mitte Januar hat die Fachjury nun die ersten beiden Stipendiaten des RölfsPartner Künstler-Stipendiums für das Jahr 2010 bestimmt. Für ihr Werk wurden Lucile Desamory, Jahrgang 1977, und David Hahlbrock, Jahrgang 1980, ausgezeichnet.
Was Künstler leisten, ist auch in Unternehmen gefragt. So wird von allen Mitarbeitern bei RölfsPartner viel Kreativität und Durchhaltewillen erwartet. In Restrukturierungsprojekten beispielsweise brauche man sehr viel Engagement, um auch in scheinbar aussichtslosen Lagen einen Weg aus der Krise zu finden, erklärt Reinke. "Kreativität hilft dabei. Wir denken interdisziplinär und wollen unseren Mitarbeitern vermitteln, dass sie mit einem starren Tunnelblick nicht weiterkommen." Daher werde auch das Stipendium interdisziplinär vergeben. "Im Übrigen spiegelt die Kunstszene auch immer den Zustand einer Gesellschaft wider. Je freier die Kunstszene, desto freier ist die Gesellschaft", sagt Reinke.
Kunst im Büro
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Stipendiat David Hahlbrock: Rotation |
Wenn sich die Wirtschaft der Kunst widmet, geht es auch um "branding". So nutzen nicht wenige Kanzleien die Möglichkeit der Präsentation und gleichzeitigen Förderung, indem sie ihre Räumlichkeiten zeitgenössischen Künstlern als Ausstellungsfläche zur Verfügung stellen. RölfsPartner geht einen anderen Weg. Ausstellungen sind in den Häusern der Gesellschaft selten zu sehen. "Das liegt zum einen an der Notwendigkeit der Diskretion gegenüber unseren Mandanten, manchmal hat es auch rein architektonische Ursachen. Uns fehlen schlicht die Wände", erklärt Reinke. Aber an allen Standorten, insbesondere am Düsseldorfer Hauptsitz, hängen die Flure voll mit ausgesuchter, zeitgenössischer Kunst - teilweise sehr junger, noch unbekannter Künstler.
Inwiefern geht es dabei auch um Motivationen wie zum Beispiel Imagetransfer? Für RölfsPartner ein wichtiger Aspekt, geht es doch auch um die Motivation der eigenen Mitarbeiter –, "also den Imagetransfer zurück ins Unternehmen", wie Reinke erklärt. "Junge Künstler beweisen sehr viel Mut, sich hauptberuflich ihrer Kunst zu widmen. Das setzt eine große Willenskraft, sehr viel Engagement und Fleiß sowie nicht zuletzt eine große Leidenschaft für die Sache voraus. Dieses sind die Werte, die wir gerade unseren jüngeren Mitarbeitern vermitteln."
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(STB Web)
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